23-Jähriger wollte Ex-Freundin mit geköpfter Katze erpressen: Sieben Monate auf Bewährung

Eschwege. Ein 23 Jahre alter Mann aus dem Werra-Meißner-Kreis wurde am Dienstag in Eschwege wegen versuchter Erpressung und Tierquälerei zu einer siebenmonatigen Haftstrafe verurteilt, die das Gericht zur Bewährung aussetzte.

Der Mann gab gleich zu Beginn seiner Aussage zu, dass er mit einer geköpften Katze einer Geldforderung gegenüber seiner früheren Lebensgefährtin habe Nachdruck verleihen wollen. Das tote Tier hatte er in einem Geschenkkarton vor die Wohnungstür der Frau gestellt.

Der Angeklagte habe „kaltblütig ein Lebewesen geopfert, um seine Forderung durchzusetzen“, begründete die Staatsanwaltschaft die im Plädoyer geforderte zehnmonatige Bewährungsstrafe. Die Verteidigung räumte den Verstoß gegen das Tierschutzgesetz uneingeschränkt ein, widersprach aber dem Vorwurf der versuchten Erpressung. Das sei lediglich Nötigung gewesen, so die Argumentation. Eine Haftstrafe sei völlig verfehlt, 40 bis 50 Tagessätze würden ausreichen.

Der 23-Jährige gab an, seiner zwanzig Jahre älteren Lebensgefährtin während der Beziehung insgesamt 4200 Euro in mehreren Teilbeträgen geliehen zu haben. Das Geld habe er nach der Trennung zurück verlangt – ohne Erfolg. „Ich war gekränkt und wollte meine Wut loswerden“, sagte der Angeklagte. Die Tötung des Tieres schilderte er ruhig und ohne jede emotionale Regung: „Die Katze habe ich getötet wie ein Huhn; am Hals hoch gehalten und gezogen.“

Die gerichtsmedizinische Untersuchung hatte ergeben, dass die Hauskatze erst zehn Wochen alt, weiblich und „hochgradig abgemagert“ war. Er habe sich insgesamt zwei Katzen besorgt, erklärte der 23-Jährige. „Eine war nicht so richtig auf dem Damm.“

Der Mann war gestern aus der Untersuchungshaft vorgeführt worden. Die war angeordnet worden, weil er zuvor zu zwei angesetzten Hauptverhandlungen nicht vor Gericht erschienen war.

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