Spezialtiefbaufirma bohrt auf dem Werdchen Löcher für eine Flair-Behelfsbrücke

Der gelbe Riese ist los

Mann gegen Maschine: Im Vergleich mit Bauarbeiter Marcel Rabe ist zu erkennen, wie groß die Maschine ist, die auf dem Werdchen derzeit Löcher bohrt. Foto: Bettinger

Eschwege. Ein 40 Tonnen schweres gelbes Ungetüm hat gestern sein Unwesen auf dem Eschweger Festplatz getrieben. Unter lautem Getöse trieb es immer wieder einen riesigen Bohrkopf in das steinige Erdreich. Ziel des Ganzen: Löcher für die Pfeiler, die am Ende eine Behelfsbrücke für das Open Flair tragen sollen.

Rund 20 000 Besucher erwarten die Veranstalter erfahrungsgemäß zum Open-Air-Festival vom 9. bis 12. August. Nicht viel weniger davon werden hinter dem Veranstaltungsgelände ihre Zelte aufschlagen. Bisher mussten sich alle, die zwischen den Zeltplätzen, der Seebühne und dem Werdchen wechselten, die Wege mit dem Shuttle-Service, dem Lieferdienst und den Rettungswagen teilen.

Große Erleichterung fürs Publikum

„Vor allem in der Mangelgasse war das in den Abendstunden immer ein Problem“, sagt Alexander Feiertag. Deshalb dachten der Open-Flair-Chef und sein Team schon länger über eine Alternative nach. In den vergangenen zwei Jahren reifte schließlich die Idee einer mobilen Behelfsbrücke des Technischen Hilfswerks (THW).

Diese besteht aus leicht transportierbaren dreieckigen Einzelteilen, die vor Ort zusammengebaut werden. Sie führt von der Wiesenstraße direkt hinter die Hauptbühne. „Grund war keine Sicherheitsauflage des Deutschen Roten Kreuzes“, betont Feiertag.

Vielmehr wolle man den Flair-Fans das Leben erleichtern. Und auch den Musikern, wie Feiertag zugibt: Hinter der Hauptbühne befinden sich Küche und Zentralcatering für die Künstler - auch die können auf diese Weise bürokratieloser beliefert werden.

Brücke trägt bis zu zwölf Tonnen

Die Brücke - im Fachjargon D-Brücke genannt - kann Fahrzeuge von einem Gewicht bis zu zwölf Tonnen tragen. Sie schwankt nicht, sondern wird über die Haupt- und Querträger fest mit dem Fundament verankert. Fürs Publikum ist sie gesperrt. „Wir stellen Zugangskontrollen auf“, so Feiertag.

Das große Drehbohrgerät der Spezialtiefbaufirma „Himmel und Papesch“ aus Bebra kam gestern indes nur langsam voran. Die Mischung aus Wasser, feinem Kies und größeren Kieselsteinen machte es dem Mann am Steuerknüppel, Randolph Schneider, schwer. Immer wieder mussten seine beiden Helfer den Bohrkopf austauschen. Für die acht Meter pro Loch brauchten sie knapp vier Stunden. SEITE 2

Von Stefanie Bettinger

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