Musiktarif-Erhöhung ärgert Karnevalisten mehr als Sportbund

Gema-Reform: Vereine hängen in der Luft

Werra-Meissner. Die geplante Reform der Gema-Gebühren stößt bei den Sport- und Karnevalvereinen im Werra-Meißner-Kreis auf gemischte Gefühle. Nicht jeder muss automatisch mehr zahlen, für einige Veranstaltungen könnte es auch günstiger werden.

Zurzeit verhandeln überregionale Verbände wie der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und der Bund Deutscher Karneval (BDK) über neue Pauschalen.

Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (Gema) unterscheide nicht zwischen ehrenamtlichen Vereinen und gewinnorientierten Unternehmen, sagte der Leiter des Geschäftsbereichs Vereinsmanagement des Landessportbunds Hessen, Michael Silz, gegenüber der Deutschen Presseagentur. 95 Prozent der Veranstaltungen seien durch einen Vertrag zwischen Gema und DOSB pauschal abgegolten, für den der LSB jährlich 136 000 Euro zahle. Darunter fielen Sportkurse mit Musik, nicht aber Vereins- und Tanzfeste mit Eintritt.

Siegfried Finkhäuser, Vorsitzender des Sportkreises Werra-Meißner, sieht die heimischen Clubs nicht betroffen. "Unsere Sportvereine richten keine Großveranstaltungen aus." Er erwartet sogar, dass die typischen Veranstaltungen wie Sportfeste, Weihnachtsfeiern und Hauptversammlungen eher günstiger werden.

Nicht so gelassen ist Leonhard Kopp, Vorsitzender des Carneval Club Fürstenhagen (CCF). Er befürchtet höhere Kosten ab 2013. "Alles wird teurer. Hallenmiete, Bühnentechnik und jetzt noch die Gema. Das macht keinen Spaß mehr und zerstört systematisch das Vereinsleben." Ruhiger bleibt Jörg Kistner, Vorsitzender der Lichtenauer Karnevalisten. "Noch hängen wir in der Luft und müssen abwarten. Aber sollten wir wegen der Gema die Eintrittspreise erhöhen müssen, stellt sich bald die Frage, ob wir noch genug Zuschauer bekommen." (kbr)

Mehr zu diesem Thema in der Montagsausgabe der HNA Witzenhäuser Allgemeine.

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