Studie schlägt eine Zusammenlegung vor

Gemeinschaftshäuser: Kirche und Kommunen wollen Kräfte bündeln

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Schwere Pächtersuche: Für das Bürgerhaus Sontra hatte sich monatelang kein neuer Pächter finden lassen.

Eschwege. Jeder Ort im Werra-Meißner-Kreis soll in Zukunft wenigstens ein attraktives, öffentlich zugängliches Gemeinschaftsgebäude besitzen.

Das geht aus einer Studie hervor, die die Arbeitsgruppe „Siedlungsflächen, Energie und Erreichbarkeiten“ für den Kreis erarbeitet hat. Geplant ist, dass Kommunen und Kirchen gemeinsame Lösungen suchen. Denn in fast jedem Dorf gibt es ein Dorfgemeinschaftshaus und einen Gemeinderaum, die beide größtenteils ungenutzt sind. Kooperation und Bündelung der Angebote sind die Schlagworte in der lokalen Diskussion dieser Studie. Schwerpunkt der Analyse, die Ursula Baumgärtel-Blaschke, Leiterin der Stabsstelle Demografie, Dorf- und Regionalentwicklung beim Werra-Meißner-Kreis, und Sabine Wilke, Geschäftsführerin des Vereins für Regionalentwicklung, vorstellten, ist die Auslastung der öffentlichen Häuser, die größtenteils unter zehn Prozent liegen.

„Derzeit steht der Werra-Meißner-Kreis mit seinem Angebot an attraktiven Gemeinschaftseinrichtung zahlenmäßig gut da. Doch fast alle sind untergenutzt“, sagt Andreas Nickel, Bürgermeister von Großalmerode und Vertreter der Städte und Gemeinden im Kreis. Deshalb müsse man Ansätze zur Verbesserung finden. Mit der Studie sei ein erster Schritt getan. Ähnliches gilt für die öffentlichen Einrichtungen der evangelischen Kirchenkreise Eschwege und Witzenhausen. 248 gibt es, davon hält die Kirche allein 65 Gemeindehäuser vor.

Wie Dekan Dr. Martin Arnold betonte, sind hier für die Zukunft Bedarfspläne angedacht, um der permanenten Finanzknappheit Herr zu werden. Deshalb sollten künftig Kommunen und Kirchen gemeinsam optimierte Lösungen diskutieren und anstreben. Die stärkere Bündelung der Einrichtungen könne auch zu einer Stärkung des Engagements vor Ort führen, da mehr Vernetzung ermöglicht werde, sagt Nickel.

Von Dieter Möller

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