Geringer Erzieher-Nachwuchs führt zu Engpässen

Personalmangel: Kitas im Kreis richten Notgruppen ein

Der fehlende Erzieher-Nachwuchs führt zusehends zu Engpässen.

Werra-Meissner. Insbesondere die schwere Grippewelle im ersten Quartal hat in vielen der 58 Kindertagesstätten im Werra-Meißner-Kreis dafür gesorgt, dass die fachgerechte Betreuung der Kinder nur mit großen Anstrengungen aufrecht zu erhalten war.

In wenigen Fällen fehlten sogar so viele Erzieherinnen, sodass vor zwei Wochen in Bad Sooden und vor wenigen Monaten auch schon in Witzenhausen-Gertenbach für mehrere Tage ein Notdienst mit Notgruppen eingerichtet werden musste. Viele Kinder blieben zwangsläufig zu Hause. Das ergab eine Umfrage bei mehreren Kita-Trägern. 

Hoffnung ruht auf dem Nachwuchs

Als Gründe für die Engpässe beim Personal wurden aber auch Probleme durch die Vorgaben des hessische Kinderförderungsgesetzes (Kifög) genannt, die bis September vorigen Jahres endgültig umgesetzt werden mussten. Die große Hoffnung, um die Personalmisere zu lindern, ruht auf den 52 Absolventinnen der Fachschule für Sozialpädagogik an den Beruflichen Schulen in Witzenhausen, die im Sommer nach zweijähriger Ausbildung und bestandener theoretischer Prüfung noch ihr Anerkennungsjahr in einer Kita zu absolvieren haben. „Sonst sieht es ziemlich schwierig aus, an Personal oder auch Vertretungskräfte zu kommen“, sagt Claudia Groß-Albenhausen (Bad Sooden-Allendorf), eine der vier Sprecherinnen der Kreisarbeitsgemeinschaft der Kindertagesstättenleiterinnen (KAG). 

Derzeit seien keine Erzieherinnen auf dem Arbeitsmarkt, ist der Kenntnisstand von Jennifer Kaßner, der Fachdienstleiterin für die neun von der Arbeiterwohlfahrt Werra-Meißner (Awo) betriebenen Kindertagesstätten. In den Awo-Kitas würden Engpässe – unter anderem wegen Krankheit, Schwangerschaftsvertretungen und neu hinzugekommener Integrationskinder – durch das Aufstocken von Dienststunden und mit vielen Überstunden überbrückt.

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