Windkraft: Kreis sucht den Dialog mit der Bevölkerung

Werbung für Windkraft: Um die Akzeptanz der Bevölkerung zu steigern hat der Werra-Meißner-Kreis eine neue Kampagne gestartet. In Foren sollen betroffene Bürger, Initiativen, Naturschutzverbände, Kommunen und Energiegenossenschaften informiert werden. Foto: nh

Eschwege. Die Bevölkerung soll frühzeitig in den Planungsprozess einbezogen werden. Beim Ausbau von Windkraft im Werra-Meißner-Kreis geht es darum, mit den betroffenen Menschen den Dialog zu finden. „Wir suchen den richtigen, nicht den maximalen Weg zur Energiewende", sagt Erster Kreisbeigeordneter Dr. Rainer Wallmann.

Bis zum Jahr 2015, so die Zielsetzung, soll 100 Prozent der Energie im Kreis aus erneuerbaren Quellen gewonnen werden. Unter Einbeziehung von E-Mobilität werden 50 Windkraftanlagen mit einer Leistung von jeweils 3,5 Megawatt benötigt.

Bis zur Rechtskraft des Teilregionalplanes Energie Nordhessen im nächsten Herbst wird das Gespräch mit den Menschen in den Konfliktregionen gesucht. Ziel: sachliche Diskussion und Kompromisssuche. „Es gibt die eine oder andere Problematik“, so Dr. Wallmann, „die wollen wir in der öffentlichen Diskussion ausräumen.“ 24 Vorranggebiete auf einer Fläche von 1800 Hektar sind in dem Planungsentwurf ausgewiesen.

In Kooperation mit der Hessen Agentur sowie dem Konflikt- und Prozessmanagement Ewen bietet der Werra-Meißner-Kreis Kommunen, Bürgerinitiativen, Naturschutzverbänden, Energiegenossenschaften und Bürgern Foren an. „Wir wollen Gespräche auf Augenhöhe führen, Informationen austauschen, Dialogangebote machen“, sagt Dr. Christoph Ewen, der den Prozess mit seinem Team moderiert, „wir wollen die Energiewende umsetzen und dabei den Frieden in der Region erhalten.“

Oftmals seien es Kleinigkeiten, die zur Akzeptanz einer Anlage führen. Die geringfügige Verlegung des Standortes reiche mitunter aus, um die Beeinträchtigung der Anlieger erheblich zu mindern. Erst mit der Rechtsgültigkeit des Teilregionalplanes sind die Standorte von Windkraftanlagen auf die darin festgeschriebenen Vorrangflächen beschränkt. Jede einzelne Anlage ist auch danach noch genehmigungspflichtig, die Betreiber müssen Rücklagen für die Rückbaukosten bilden.

Vorrangflächen sieht die Entwurfsplanung im Werra-Meißner-Kreis in den Höhenlagen des Ringgaus, im Raum Herleshausen sowie nordwestlich Weißenborns, im Kaufunger Wald, an der nördlichen Kreisgrenze, auf dem Roßkopf bei Bad Sooden-Allendorf und nördlich Hessisch Lichtenaus vor.

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