Familie streitet mit Elektromarkt und Kundendienst um Rechnung

Gestank nach Kabelbrand

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Die neue Waschmaschine von Familie Kreis stinkt nach Kabelbrand. Einen Defekt können die Techniker nicht finden. Jetzt gibt es trotzdem Ersatz. 

Eschwege. Kaum war die nagelneue Waschmaschine Ende Juni im Keller angeschlossen, befüllt und in Betrieb gesetzt, schlugen die Nachbarn auch schon Alarm: In der Waschküche des Mehrfamilienhauses am Südring in Eschwege stank es verdächtig nach Kabelbrand.

Katharina Kreis befürchtete Schlimmes und stoppte den vollautomatisierten Waschgang abrupt, Ehemann Alexander rief gleich beim Elektromarkt an. Gerade erst war die neue Waschmaschine von Euronics geliefert worden und schon drohte das Ende des weißen Prachtexemplars. Alles kein Problem, ließen die freundlichen Fachleute wissen. Der Kundendienst sei schon so gut wie unterwegs. Der ließ auch nicht lange auf sich warten. Der Techniker nahm das gute Stück genauestens unter die Lupe und bescheinigte die seltsamen Gerüche. Einen Fehler oder gar die Ursache des Unheils fand der Monteur allerdings nicht.

Ersatz für die fabrikneue, aber offenbar nicht einwandfreie Waschmaschine gab es für Familie Kreis nicht, dafür aber die Rechnung des Servicedienstleisters. Die von Euronics beauftragte Firma verlangte 69 Euro für den Dienst am Kunden. Für Alexander Kreis war die Angelegenheit klar, die Rechnung konnte nur auf einem Irrtum basieren: „Schließlich ist unsere Waschmaschine neu und wir haben Garantie.“ Die stolzen Waschmaschineneigentümer erstatteten dem Elektromarkt erneut einen Besuch ab, legten die unbeglichene Forderung des Reparaturbetriebs vor, der zwar den Gestank begutachtet, aber nicht behoben hatte. Ein Euronics-Mitarbeiter machte sich auf den Weg zu Familie Kreis, stellte ebenfalls Geruchsbelästigung fest, konnte aber auch nicht weiterhelfen. Und wer zahlt jetzt die Rechnung? Euronics brachte die Herstellerfirma Samsung ins Spiel. Inzwischen flatterte bei Familie Kreis die Mahnung vom Servicedienstleister ins Haus. Auf 74 Euro belief sich die Gesamtforderung inzwischen. Euronics zuckte mit den Schultern, erklärte sich immerhin bereit, die fünf Euro Mahngebühren zu übernehmen. Familie Kreis müsse aber die eigentliche Rechnung begleichen. Schließlich sei kein Defekt festgestellt worden. Und wenn es keinen Defekt gebe, sei auch kein Garantiefall eingetreten. Auf Anfrage der Werra-Rundschau erklärte Marktleiter Christian Kohn: „Alles nur Verständigungsschwierigkeiten. Familie Kreis bekommt eine neue Waschmaschine, und die Servicerechnung übernehmen wir selbstverständlich auch.“

Von Harald Sagawe

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