Großeinsatz nach Feuer in Eschweger Seniorenzentrum

Eschwege. Eine brennende Adventskerze hat am Samstagnachmittag fast zu einer Katastrophe im Awo-Altenheim in Eschwege geführt.

In der Wohnung einer Seniorin im achten Stock brach um kurz nach 15 Uhr Feuer aus und löste einen Großeinsatz der Rettungskräfte aus. 104 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden, elf kamen mit Verdacht auf Rauchvergiftung und mit Kreislaufproblemen zur Beobachtung ins Klinikum Werra-Meißner.

Nach Informationen der HNA entstand der Brand in den Räumen einer etwa 80-jährigen Frau im Nordtrakt des Seniorenheims. Sie hatte eine Kerze angezündet und Zeitung gelesen. Als sie dann kurz zur Toilette ging, muss die Zeitung Feuer gefangen haben. Die Frau rief um Hilfe. Als niemand half, nahm sie eine Decke, um die Flammen zu ersticken. Dadurch fing es in der Wohnung allerdings erst richtig an zu brennen.

Die Hitze-Entwicklung war so stark, dass der Putz von den Wänden kam. Vom Mobiliar ist nichts mehr übrig, nur Rußschutt blieb in dem Raum zurück. Wegen der starken Rauchentwicklung sind auch die anderen Wohnungen im achten Stock des Nordflügels voraussichtlich für mindestens eine Woche unbewohnbar. Ähnlich sieht es in der Etage darunter aus.

Hier musste die Feuerwehr die gesamte Deckenverkleidung herunterreißen, um keine Brandnester zu übersehen. Außerdem kam es unterhalb der Brandwohnung wegen der Löscharbeiten zu einem größeren Wasserschaden. Gegen 17.30 Uhr konnten die ersten Senioren in die unversehrten Räume zurückkehren, begleitet wurden sie dabei von Helfern des Roten Kreuzes. Wie die Polizei berichtet, entstand ein Schaden von 150 000 bis 200 000 Euro. Im Einsatz waren alle Eschweger Feuerwehren sowie Drehleiter-Fahrzeuge aus der Badestadt und aus Sontra. (kbr/sff)

"Das Personal hat genau richtig reagiert"

Sehr zufrieden mit der Rettungsaktion war der Leiter des Awo-Seniorenzentrums Eschwege, Wilhelm Holzhauer: „Unsere Mitarbeiter haben genau richtig reagiert“, sagt er. Ruhig und routiniert haben sie gemeinsam mit den Rettungskräften die Bewohner des Hauses evakuiert, die deshalb auch keine Panik bekommen hätten.

„Da hat sich ausgezahlt, dass wir das Personal regelmäßig schulen, damit es auf solche Fälle vorbereitet ist“, sagt er. Die letzte Brandschulung sei erst am Montag gewesen. Auch den Rettungskräften und herbeigeeilten Nachbarn sei er dankbar für die sehr gute Mithilfe. (dir)

Bilder vom Einsatz

Großbrand im AWO-Seniorenzentrum Eschwege

Rubriklistenbild: © Carl-Heinz Greim

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