Zustand der Immobilien Ursache für hohe Leerstände in Eschwege

Grüne fordern Bericht über Wohnungsmarkt

Eschwege. Eschwege benötigt dringend eine aktuelle Erhebung über den Wohnungsmarkt.

Das fordern die Grünen aus der Kreisstadt. Einen entsprechenden Berichtsantrag der Stadtverordnetenfraktion von Bündnis 90/Die Grünen hat das Parlament während der jüngsten Sitzung mehrheitlich zurückgewiesen, mit dem Hinweis darauf, dass hier kein zusätzlicher Handlungsbedarf bestehe.

„Ich kann mir gut vorstellen, dass die Verwaltung Zahlen hat, ich kenne sie aber nicht“, sagt der Stadtverordnete Armin Jung. Auf Basis einer Leerstandsanalyse und unter Berücksichtigung aktuellen Ausbauzustands sollen sich Handlungsoptionen ergeben können. „Der Sinn unseres Antrags war die Feststellung des Ist-Zustandes“, so Fraktionsvorsitzender Lothar Dietrich. Darüber hätte im Bau- und Planungsausschuss der Stadtverordnetenversammlung beraten werden können – so die Vorstellung der Eschweger Grünen.

Dass der Antrag abgelehnt wurde, ohne auch nur darüber im Ausschuss tiefgreifender zu beraten, erscheint der Fraktion um so unverständlicher, weil noch im Bürgermeisterwahlkampf im Frühsommer dieses Jahres „die Kandidaten von SPD und CDU die Modernisierung von 400 Wohnungen gefordert haben“. Dietrich: „Unser Antrag zielt in genau diese Richtung und wird jetzt von denen abgelehnt.“
400 Wohnungen, möglicherweise auch mehr, vielleicht sogar 800 könnten in Eschwege leer stehen, so Jung. „Es gibt immer mal Zahlen“, sagt er. „Wir müssen uns als Stadt fragen, welche Voraussetzungen wir schaffen müssen, um mehr Menschen nach Eschwege zu bekommen.“ Der Leerstand ist nach Auffassung der Grünen in vielen Fällen im Zustand der Wohnungen begründet. Der sei oft nicht zeitgemäß und bedürfe einer Modernisierung. „Die Wohnungen müssen hergerichtet werden“, sagt die Stadtverordnete Claudia Fiedler.

Von Harald Sagawe

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