Abendvorlesung mit Dr. Martin von Hagen und Dr. János Juhász

Guter Schlaf ist wichtig

Abendvorlesung: Dr. Martin von Hagen (links) und Dr. János Juhász referierten zum Thema erholsamer Schlaf. Fotos: Archiv

Eschwege. Schlaf ist wichtig für die Gesundheit. Im Schlaf regeneriert der Körper, tankt neue Kräfte für den Tag. „Je tiefer der Schlaf, desto mehr Erholung bietet er“, sagt Dr. János Juhász, Chefarzt der Abteilung Pneumologie, Beatmungs- und Schlafmedizin im Krankenhaus in Eschwege. Schlafprobleme, wenn sie dauerhaft auftreten, sind deshalb ernstzunehmend, denn sie können weitere Krankheiten nach sich ziehen.

Dr. Martin von Hagen

Wie Dr. Juhász in der Abendvorlesung für jedermann in der Cafeteria des Krankenhauses erläutert, gibt es verschiedene Schlafphasen. So spendet der Tiefschlaf zu Beginn der Nacht dem Körper Erholung. Der REM-Schlaf am Ende der Nacht - es ist der Teil, in welchem der Schlafende träumt - spendet hingegen dem Geist Erholung. Hat man also zu wenig Tiefschlaf, ist man am nächsten Tag müde. Hat man zu wenig REM-Schlaf, ist man nervös, unkonzentriert, hungrig oder gar aggressiv. Einer der Faktoren, die den Schlaf rauben können, ist Schnarchen. Nicht immer bekommt es der Betroffene jedoch selbst mit, dessen Bettpartner dafür umso mehr.

Dr. Juhász kennt die typischen Umstände: „Männliche Patienten kommen zu mir und sagen: ‚Meine Frau sagt, ich schnarche, aber das glaube ich nicht!’“ Auch im Hörsaal wandern in diesem Moment nicht gerade wenige leidgeprüfte weibliche Blicke zu ihren Partnern hin. „Schnarchen ist ein Hinweis darauf, dass mit der Atmung etwas nicht in Ordnung ist“, führt der Chefarzt aus. Gefährlich ist die Apnoe, die Atempause. Das Blut wird weniger mit Sauerstoff gesättigt, der Blutdruck kann ansteigen.

Dr. János Juhász

„Viele Schnarcher kämpfen die ganze Nacht hindurch wie Hochleistungssportler“, sagt der Arzt. Auch sie sind morgens erschöpft, nicht erholt. Wenn Alkoholverzicht, Gewichtsabnahme und schlafhygienische Maßnahmen nichts helfen, müssen dann Schienen oder gar Atemmasken ran. Aber auch Ein- und Durchschlafstörungen verhindern einen erholsamen Schlaf, wie Dr. Martin von Hagen, Chefarzt für Psychartrie und Psychotherapie ausführt. Solche Probleme können sich gar als Frühsymptome einer psychischen Erkrankung entpuppen oder im chronischen Fall auch dazu führen.

So leidet der Betroffene hier oft an einer Übererregung, die die Nacht zur Qual macht, anstelle zur Quelle von Ruhe und Entspannung. „In vielen Fällen können Verhaltenstherapien, Schlafrestriktion, regelmäßige Bettzeiten oder auch Muskel-Entspannungsübungen und autogenes Training bereits helfen“, erklärt Dr. von Hagen. Von Schlafmitteln raten beide Ärzte eher ab.

Von Kristin Weber

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