Heute ist Weltfrauentag

Häusliche Gewalt ist kein Tabu-Thema mehr

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Werra-Meißner. Das Interventionsmodell häusliche Gewalt des Werra-Meißner-Kreises zeigt Wirkung: Die Sensibilität für Gewalt im familiären Umfeld ist höher als noch vor zehn Jahren. Das bestätigt Wolfgang Thiel, Hauptkommisssar und Dienststellenleiter in Sontra.

Anlass für die Bilanz ist der heutige Weltfrauentag. Thiel ist außerdem Koordinator gegen häusliche Gewalt und seit 1999 Mitglied des Runden Tisches im Werra-Meißner-Kreis.

"Seitdem die häusliche Gewalt ein Delikt ist, hat sich ein anderes Bewusstsein entwickelt", sagt Thiel. Zur häuslichen Gewalt zählen Körperverletzung, Sachbeschädigung, Freiheitsberaubung, Beleidigung, Nötigung sowie Sitten- und Tötungsdelikte. Seit 2002 wird häusliche Gewalt als Delikt gesondert erfasst. Im ersten Jahr wurden 95 Fälle von häuslicher Gewalt registriert. 2012 waren es 175 Fälle.

Das Gewaltschutzgesetz "Wer schlägt, muss gehen", das Hilfesystem Werra-Meißner und die Öffentlichkeitsarbeit hätten dazu beigetragen, dass immer häufiger Fälle von Häuslicher Gewalt bekannt würden und geben der Polizei mehr Handlungsspielraum.

Durch das Gewaltschutzgesetz können Polizisten Täter bis zu 14 Tage aus der Wohnung verweisen. Die Vernetzung innerhalb des Landkreises vermittelt insbesondere Frauen und Kindern Schutz und Beratung.

Die Mitglieder des Runden Tisches treffen sich regelmäßig, um ihre Arbeit gemeinsam abzustimmen. Am Runden Tisch gegen häusliche Gewalt sitzen Mitglieder des Gleichstellungsbüros, der Frauenberatungsstelle des Vereins Frauen für Frauen - Frauen für Kinder, die Polizei, das Frauenhaus, das Jugend- sowie das Gesundheitsamt.

Die meisten Fälle von häuslicher Gewalt werden bekannt, weil eine Anzeige erstattet wird oder die Polizei per Notruf durch das Opfer oder Nachbarn, die einen Streit hören, informiert wird.

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