Vorwurf: Unerlaubt Abfall versenkt

Ermittlungen gegen K+S in Kassel: Auch Privathäuser durchsucht

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Hausdurchsuchung bei K+S in Kassel

Kassel. Derzeit gibt es eine Hausdurchsuchung bei K+S in Kassel. Es geht um den Verdacht, dass Kaliabwässer unerlaubt versenkt worden sind.

Video: Stellungnahme von Tina Büchner, Pressesprecherin des LKA Thüringen:

Die Staatsanwaltschaft Meiningen und das Landeskriminalamt Thüringen ermitteln wegen des Verdachts des unerlaubten Umgangs mit Abfällen gegen die K+S Aktiengesellschaft. Dazu gehört auch eine Hausdurchsuchung derzeit in der Zentrale von K+S in Kassel und in Privathäusern.

Nach Informationen der HNA wurden auch die Privathäuser von Vorstandschef Norbert Steiner in Kassel und von Aufsichtsratsvorsitzendem Ralf Bethke in Rheinland-Pfalz durchsucht. Gesucht werden Dokumente, Dateien und Unterlagen, die die Vorwürfe bestätigen.

Ermittler aus Hessen, Thüringen und Rheinland-Pfalz sind im Einsatz.

Der Tatvorwurf richtet sich gegen Verantwortliche der K+S Aktiengesellschaft sowie deren Tochtergesellschaften in Kassel, Unterbreizbach und Philippsthal sowie gegen Behördenvertreter aus Thüringen. Ausgangspunkt dieses umfangreichen und langjährigen Verfahrens ist eine Strafanzeige der Gemeinde Gerstungen.

Video: Stellungnahme von Michael Wudonig, Pressesprecher bei K+S:

Laut LKA besteht der Vorwurf, dass im Zeitraum von 1999 bis 2007 insgesamt 9,5 Millionen Kubikmeter Abfall, der bei der Kaligewinnung des Werks Unterbreizbach anfiel, darunter vor allem Salzlauge, in der "Gerstunger Mulde" versenkt wurde.

Tatsächlich waren die erforderlichen Voraussetzungen zur Versenkung von Kaliabwässern nach dem Wasserrecht nicht gegeben, heißt es beim LKA. Die wasserrechtliche Erlaubnis für K+S hatte das Thüringer Landesbergamt erteilt. Ob das rechtens war, muss geprüft werden.

Aufgrund der geologischen Beschaffenheit der Gerstunger Mulde musste von vornherein damit gerechnet werden, dass die versenkten Mengen an Salzlauge nicht wie angenommen in der Speicherformation „Plattendolomit“ verbleiben, sondern sich unkontrolliert ausbreiten.

Hausdurchsuchung bei K+S in Kassel

An der Durchsuchung nehmen neben Staatsanwälten aus Meiningen auch Beamte des Landeskriminalamtes Thüringen (TLKA) und der Kriminalpolizeiinspektionen aus Thüringen sowie der Bereitschaftspolizei Thüringen teil. Sie werden von Experten des Bundeskriminalamtes und externen Gutachtern unterstützt.

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