Häusliche Pflege

77 Prozent der Pflegebedürftigen im Werra-Meißner-Kreis gehen nicht ins Heim

Werra-Meißner. Die Mehrzahl der Pflegebedürftigen im Werra-Meißner-Kreis wird zu Hause betreut. Das belegen aktuelle Zahlen der Pflegekassen und der privaten Versicherungsunternehmen.

Demnach sind rund 5400 Männer und Frauen im Kreis pflegebedürftig, etwa 1200 Menschen wohnen in Heimen in der Region. „Ob das Heim oder eine ambulante Pflege zu Hause die richtige Entscheidung ist, muss von Fall zu Fall entschieden werden“, sagt Ulrike Viegener vom Deutschen Ärzteblatt. In den eigenen vier Wänden alt werden ist der Traum fast aller Menschen. 93 Prozent der Senioren im Werra-Meißner-Kreis haben laut Statistik diesen Lebensentwurf. Nur sieben Prozent kalkulieren das Heim in ihren Lebensabend mit ein, sagen die Zahlen. Dabei gibt es aber Unterschiede. „Bei ausschließlich körperlichem Pflegebedarf ist der Verbleib in der Häuslichkeit viel länger möglich als bei Menschen mit demenzbedingten Einschränkungen“, sagt beispielsweise Torsten Rost, Leiter der Seniorenheime Eschwege.

Zuhause alt werden heißt immer noch, hauptsächlich von der Familie gepflegt zu werden. Fast 3000 pflegebedürftige Menschen im Kreis werden von Familie und privat organisierten Helfern versorgt. Weitere 1200 nehmen laut Statistik ausschließlich oder zusätzlich Leistungen von ambulanten Pflegediensten in Anspruch. Bei sehr hohem Pflege- und Betreuungsbedarf sei ein dichtes Versorgungsnetz aus Pflegedienst, Angehörigen, Nachbarn, ehrenamtlichen Seniorenbetreuern oder auch Hospizdienst notwendig, um die häusliche Betreuung bis zuletzt sicherzustellen, heißt es von Seiten der AOK Hessen. Aber auch die Pflegeheime seien zu empfehlen.

Laut einer Liste des Magazins Focus, das unter 11 000 Pflegeheimen die 626 besten gekürt hat, befinden sich vier Eschweger Institutionen. Ansonsten hat es keine Einrichtung aus dem Kreis auf die Liste geschafft. Mehr dazu in der gedruckten Ausgabe

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