Hochkonjunktur am Werratalsee, Vorsichtsmaßnahmen in Seniorenheimen

Heiß auf Sommer, Sonne, Strand und See

Schnell finden sich in diesen Tagen Mitspieler zum Beach-Volleyball. Foto: Greim

Eschwege. Nach langem Warten hat sich der Sommer nun auch in den Werra-Meißner-Kreis getraut. Allerdings war, laut des Deutschen Wetterdienstes, schon gestern die Hitzewarnstufe 2 überschritten. Auch wenn der Sommer vielen Spaß bringt, birgt zu große Hitze Gefahren.

Laut Staatssekretärin Petra Müller-Klepper sollte man sich in diesen Tagen in kühlen Räumen aufhalten, körperliche Aktivitäten vermeiden und die Fenster erst nachts zum Lüften öffnen. Dies gelte besonders für Kinder, ältere und gesundheitlich geschwächte Menschen.

Das Seniorenwohnheim Am Brückentor in Eschwege ist bestens auf den Sommer vorbereitet. Hier befinden sich in jedem Zimmer ein Thermometer und ein Hitze-Plan. „Wir sehen bei diesen Temperaturen dreimal täglich nach jedem Bewohner“, erzählt Elfi Montag. „Unsere Küche bietet momentan auch Eistee oder Obstsalate an.“ So wurde die Cafeteria des Seniorenwohnheims am vergangenen Freitag für zwei Stunden in eine Eisdiele mit allem Drum und Dran verwandelt. Zudem werden die Bewohner bei starker Hitze in die kühlere Cafeteria oder das Erdgeschoss gebracht.

Bewohnerin Edith Koch beispielsweise trifft sich an sehr warmen Tagen meist mit einer Freundin in einer Sitzecke. „Bei diesem Wetter trinke ich viel und verhalte mich ruhig“, sagt die 89-Jährige. Und auch Gertrud Steht (86) achtet im Sommer darauf, besonders viel zu trinken. Sie hat immer drei Flaschen Wasser in ihrem Zimmer stehen. „Wenn ich rausgehe, tue ich dies jetzt entweder am Morgen oder abends, da es zu diesen Zeiten kühler ist.“, sagt sie. „Ich halte mich oft auf meinem Balkon auf, wo ich viel lese oder Karten spiele“, verrät Ursula Hamann (91). Auch sie geht jetzt morgens eine halbe Stunde spazieren und hält sich mittags meist im Inneren auf. An manchen Tagen geht sie auch abends im Park spazieren, der zu dem Seniorenwohnheim gehört.

Doch der Sommer und die gut gelaunten Menschen sind wiederum gut für die Eisdielen im Kreis. Gary del Puppo berichtet: „Seitdem es wärmer geworden ist und seltener regnet, kommen mehr Gäste.“ Auch die Tatsache, dass die Baustelle jetzt etwas weiter weg vom Eiscafé verlagert wurde, ist gut für seinen Betrieb.

Bei höheren Temperaturen verschafft neben Eis auch der Werratalsee vielen Kühlung. Elena Wünsche hat sich zum ersten Mal dazu entschieden, den Werratalsee zu besuchen. Die 33-jährige Hamburgerin kommt seit 16 Jahren in die Region, am Werratalsee war sie noch nie. „Wir freuen uns über das Wetter. Auch wenn es in der letzten Zeit entweder zu kalt oder, wie heute, fast zu heiß ist“, meint sie. Für die Sicherheit am See sorgt die DLRG. Birgit Müller aus Wolfterode ist eine von den Lebensrettern. „Seit Montag ist hier wieder ziemlich viel los“, sagt die 52-Jährige. „Oft weisen wir Eltern darauf hin, dass kleinere Kinder Schwimmflügel tragen sollten. Das wird aber nicht immer beachtet.“

Und, da alle bestens vorbereitet sind, darf der Sommer nun auch bleiben.

Von Eden Sophie Rimbach

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