In Witzenhausen läuft das Projekt „Wohnen für Hilfe“ an

Helfen im Haushalt statt Miete zahlen

+
Wohnpartnerschaft

Günstigen Wohnraum gegen Hilfe im Haushalt: das ist das Prinzip des weltweiten Projekts „Wohnen für Hilfe“. In Witzenhausen gibt es jetzt die erste Wohnpartnerschaft.

Es funktioniert so: Senioren, Alleinstehende oder hilfebedürftige Familien bieten Wohnraum an Studenten an und erhalten im Gegenzug regelmäßig Hilfe im Haushalt: pro Quadratmeter Wohnraum eine Stunde im Monat. Zahlen müssen Studenten dann nur die Nebenkosten, keine Miete.

Städte im Süden wie Freiburg oder Würzburg blicken bereits auf mehrere Jahre positive Erfahrung mit dieser Wohnform zurück. Die Quadratmeterregelung gestalte sich oft individuell: Viele der älteren Bewohner seien nicht immer unbedingt auf die Hilfe der Studenten angewiesen.

Pflegerische Tätigkeiten sind ausgeschlossen, erklärt Karin Weinsberg, die vor einem Jahr die Initiative ergriff, das Projekt auch am Universitätsstandort Witzenhausen anlaufen zu lassen. In Kassel lief es da bereits, allerdings ohne erfolgreiche Vermittlungen. Der Fachschaftsrat der Universität in Witzenhausen, das Lokale Bündnis für Familie und das Diakonische Werk arbeiten seitdem daran, wohnungssuchende Studenten mit hilfesuchenden Senioren zusammenzubringen.

 Eine Umfrage der Internet-Plattform für Wohngemeinschaften „WG gesucht“ zeigt, dass das ungewöhnliche Zusammenleben funktioniert: Durchschnittlich halte die Wohnpartnerschaft zwei bis drei Jahre, nach Überstehen der schwierigen Anfangsphase länger als klassische Studenten-WGs. In Witzenhausen gibt es für das Projekt viele Anfragen von Studenten. Allerdings fehlt es momentan noch an Wohnraumgebern. Ähnlich ist es in Kassel. Gerade bei älteren Menschen seien die Vorbehalte gegenüber dieser Wohnform noch groß, so Gisela Degenhardt von der Wohnberatung des Caritasverbandes in Kassel.

Von Valerie Schaub

Ansprechpartner für Interessierte

Wer sich an „Wohnen für Hilfe“ beteiligen will, meldet sich bei folgenden Ansprechpartnern:

• Vermieter: Katja Eggert (Tel. 0 55 42 / 50 81 05, E-Mail: Katja Eggert@witzenhausen.de) oder Karin Weinsberg (Tel. 0 55 42 /91 11 70, E-Mail: als-wiz@deswi.de).

• Studenten: Fachschaftsrat der Uni (Tel. 0 55 42 /98 12 33, studiberatung@gmail.com) In Göttingen gibt es das Projekt seit zwei Jahren und momentan 20 vermittelte Wohnpartnerschaften. Seit Beginn haben sich die Vermittlungen verdoppelt. In Kassel fehlt es laut Asta zur Zeit an Studenten und Wohnraumgebern. (fst/vsa)

 www.wohnenfuerhilfe.info

Mehr zum Thema

Kommentare