Berufsgespräche vom Rotary-Club Eschwege - 120 Schüler nutzten die Möglichkeit

Hier ist auch mal ein Praktikum drin

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Nah dran: Gerd Hoßbach, Rotarier und Geschäftsführer der Werraland-Werkstätten, informierte über Sozialberufe. Wenn Rotary Eschwege einlädt, sind es lockere Gespräche mit Profis, keine Berufsberatung.

Eschwege. Die Berufschancen seien im Moment günstig wie nie, sagte Rotarier Bernd Funk. 490 000 Stellen in Deutschland seien zurzeit unbesetzt.

„Wer flexibel ist, hat gute Berufschancen.“ Über Verdienste, Ausbildungsmöglichkeiten, Vor- und Nachteile von gut 30 beliebten Berufen haben sich die Schüler von OG und BG der Jahrgangsstufe 12 bei den Berufsgesprächen informiert. Zum 25. Mal gab der Rotary- Club Eschwege Jugendlichen die Möglichkeit, Menschen aus ihren Wunschberufen in kleinen Gesprächsrunden Löcher in den Bauch zu fragen. Bundesweit veranstaltet der Rotary Club derartige Veranstaltungen seit sechs Jahren.

Besonders gut ausgebildete Schüler seien im Moment gefragt, sagte Funk. In Ingenieurberufen und unter Technikern mangele es an Nachwuchs. Aber auch Berufe, von denen man es nicht erwarte, würden in Zukunft gesucht werden. Dazu gehören Lehrer und Berufe in öffentlichen Verwaltungen. Immer gefragt: Dienstleistungsberufe.

„Unser Ziel ist es, den Schülern praxisorientierte Informationen zu bieten“, erklärt Frank Theune vom Rotary-Club Eschwege, der es als seine Hauptaufgabe ansieht, junge Menschen zu fördern und zu betreuen. Um die Interessen der Schüler zu kennen, wurde im Vorfeld gefragt, in welchen Berufsbereichen der Informationsbedarf am höchsten ist. So war an dem Abend eine bunte Mischung aus Medizinern, Polizisten und Bundespolizisten, kaufmännischen und pädagogischen Berufen, Theologen, Journalisten und Musikern sowie Spezialisten aus den Bereichen Handwerk, Marketing und Architektur vertreten.

„Unter unseren Mitgliedern sind einige Betriebsleiter, die bei Interesse auch ein Kurzzeitpraktikum von zwei bis drei Tagen anbieten“, sagt Theune. Dass so ein Angebot natürlich nicht in der Medizin angeboten werden könne, sei ihm bewusst. Nichtsdestotrotz freute er sich sehr über die zahlreichen Zusagen der vereinsexternen Spezialisten.

Informationen aus erster Hand über Journalismus bekamen die Schüler von WR-Redakteur Tobias Stück. „Ob Studium oder Journalistenschule, einen goldenen Weg gibt es nicht“, sagte der 32-Jährige. Unabdingbar seien in dieser Branche Praktika. Jede Redaktion verlange vor dem Berufseinstieg praktische Erfahrung. Diese Erfahrung könne man in der Redaktion der Werra-Rundschau sammeln, sagte Stück und bot allen Zwölftklässlern an, sich für ein zweiwöchiges Praktikum in der Redaktion zu bewerben.

„So ein persönliches Gespräch mit jemandem, der den Beruf bereits seit Jahren ausübt, ist viel besser als Broschüren zu lesen“, sagten die Schülerinnen Janina, Ina und Annemarie, die noch keine konkreten beruflichen Vorstellungen hatten.

Von Gudrun Skupio

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