Das Seniorenforum Eschwege testete den sanierten Marktplatz auf Alltagstauglichkeit für Ältere

Hier und da hakt es noch etwas

Regenrinne fällt durch: Hertha Darimond versuchte es mit dem Rollator und Werner Giesübel samt Hans Würschig im Rollstuhl den Wasserablauf zu überqueren - eine ruckelige Angelegenheit. Foto: Rissmann

Eschwege. Schön ist er geworden, der neue Marktplatz, da sind sich die meisten Eschweger einig. Feiern lässt sich auch gut, denn mit dem Kinderfest am Wochenende hat Eschweges neue Mitte die erste Bewährungsprobe mit Bravour absolviert.

Aber ist der Platz mit den vielen unterschiedlich gepflasterten Flächen auch für die Bedürfnisse von Älteren und Gehbehinderten geeignet?

Dieser Frage ging das Seniorenforum Eschwege nun ganz praktisch nach. Ausgerüstet mit Rollstuhl, Rollator, hohen Absätzen und Krücken haben Heidrun Münkel, Hertha Darimond, Hans Würschig, Werner Giesübel sowie Ingeborg und Hartmut Zwilling vom Seniorenforum den Platz getestet. „Es geht soweit eigentlich ganz gut mit dem Rollstuhl“, sagt Hertha Darimond. Probleme gebe es allerdings bei den breiten Regenrinnen. „Da ruckelt es ganz schön, da muss man seitlich drüber“, sagt sie weiter. Werner Giesübel schiebt als freiwilliger Seniorenbegleiter öfter Senioren im Rollstuhl durch die Stadt und ist wenig begeistert vom Pflaster: „Das ist ganz schön anstrengend.“ Vor allem, dass auf den schmalen, schiebefreundlichen Flächen am Rand, die mit den geraden Betonsteinen gepflastert sind, die Geschäfte ihre Aufsteller und Tischreihen aufgebaut haben, ärgert ihn. Dagegen wolle man nun auch vehement vorgehen, erklärt die bei der Stadtverwaltung für Seniorenarbeit zuständige Margot Flügel-Anhalt: „Die Geschäfte müssen die ihnen zugewiesenen Flächen einhalten.“ Margot Flügel-Anhalt findet die unterschiedlich gepflasterten Flächen unpraktisch für Gehbehinderte: „Klar sieht das altertümlich schick aus, mit dem Kopfsteinpflaster. Aber man sollte mehr nach den Bedürfnissen der Menschen gehen, die hier Leben und nicht nach dem Aussehen.“ Rüdiger Träbing vom städtischen Bauamt hörte sich geduldig die Wünsche der Senioren an und will nun sehen, was sich eventuell noch verbessern lässt.

Von Diana Rissmann

Kommentare