Die Hits kreativ eingebaut

Ten Sing Eschwege begeistert mit musikalischer Detektiv-Geschichte

Eschwege. „Finden Sie es nicht auch ironic, wie ich hier so auf Ihnen liege?“, fragt Dr. Kotzn den Vorgesetzten Herlock Sholmes, den er gerade vor einem herabfallenden Kronleuchter gerettet hat, und noch bevor dieser antworten kann, stimmen die Jugendlichen von Ten Sing Eschwege den passenden Song von Alanis Morissette an. Am Samstag rissen die rund 40 Mitglieder im voll besetzten E-Werk das Publikum bei ihrer Show „Herlock Sholmes - Gut wombiniert, Dr. Kotzn!“ mit.

Ten Sing spielt Herlock Sholmes im Eschweger E-Werk

Dabei wurden die einzelnen Titel und Tänze in ein Theaterstück eingebunden, das sowohl mit viel Humor als auch mit der Frage nach dem Täter und schillernden Charakteren begeisterte. Nach dem Verschwinden der Figur Peter wurden abwechselnd Earl Grey, die Firk, ihre Töchter Prada und Chanel, „deren IQ unter dem eines verschimmelten Toastbrots liegt“, sowie der Butler James, der Gärtner, Mary und sogar Sholmes und Kotzn selbst verdächtigt. Dabei stimmte die Absprache unter den Akteuren, die abwechselnd als Dirigenten, Teil des Chors, Sänger im Duo, Schauspieler, Tänzer und Bandmitglieder fungierten. Obwohl die Show neben Instrumenten und Mikrofonen mit relativ wenig Equipment auskommen musste, überzeugten die Mitglieder mit ihrer Kreativität.

„Das erinnert mich an Some Nights“ hieß es in einer Szene, bevor zwei Sänger, die vom Chor und der Band begleitet wurden, das passende Lied anstimmten. Besonders bei dem Song Superhero, der kurz vor der Pause, die um fünf Minuten verlängert wurde, damit sich wirklich jeder Gast ein Getränk zur Abkühlung besorgen konnte, gespielt wurde, gab es für das Publikum kein Halten mehr. In gut choreografierten und durchdachten Tänzen zu Liedern wie Toxic von Britney Spears bewiesen die Jugendlichen ihr Können und auch wieder Humor, indem sie aus „Toxic“ schnell einmal „Taxi“ werden ließen. Besonders begeistert waren die Zuschauer von dem „Männertanz“, bei dem zu „Everybody“ von den Backstreet Boys mit Sonnenbrillen und Jogginghosen getanzt wurde, und den sie unter schallendem Beifall als Zugabe forderten.

Auch als der Umbau für die zweite Zugabe ein wenig länger dauerte, bewies vor allem der Chor Spontanität und stimmte die Jeopardy-Melodie an, bevor auch die Band mit einstieg. Gegen Ende der Vorstellung hätten viele Zuschauer am liebsten noch um eine dritte oder vierte Zugabe gebeten, da sie fasziniert von der Show der 40 Jugendlichen waren und bestimmt auch die nächste Show besuchen werden.

Die Ten-Sing-Gruppe trifft sich jeden Donnerstag ab 18 Uhr im Gebäude des CVJM. Auch beim diesjährigen Open Flair wird sie am Donnerstag ab 18.30 Uhr im Kleinkunstzelt zu sehen sein. Die Vorbereitungen auf den Auftritt am vergangenen Samstag, der für die Zuschauer kostenlos war und für den lediglich eine Spende erbeten wurde, dauerten ein Jahr und waren mit viel Arbeit verbunden.

Von Eden-Sophie Rimbach

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