Landwirt widerspricht Biologen, der von Verzehr abgeraten hat

Hochwasser-Erdbeeren sind doch genießbar

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Eschwege. Vom Verzehr von Petersilie und Erdbeeren, die vom Hochwasser überflutet waren, hat in einem Interview an dieser Stelle der Biologe Werner Haaß aus Witzenhausen vorgestern abgeraten.

Das hat den Landwirt Volker Kanngießer aus Aue auf die Palme gebracht. „Diese pauschale Empfehlung ist falsch, unsere Erdbeeren sind bedenkenlos verzehrbar“, sagt Kanngießer, der am Ortsrand von Aue in Richtung Frieda Land in Werranähe hat.

Nur ein Teil war überflutet, „wir haben umgehend Wasser abgepumpt, es sind keine Schäden entstanden“. Weil er Fragen und Bedenken seiner Kunden, bei Kanngießer kann man auch selber pflücken, vor Ort und am Telefon vorhergesehen hat, hat Kanngießer die zwei Sorten Asia und Darselect beim Landesbetrieb Landwirtschaft in Kassel untersuchen lassen. Das Ergebnis kam schnell und lautet wörtlich: „Alle drei Proben waren im Rahmen der durchgeführten Untersuchungen aus lebensmittelhygienischer Sicht nicht zu bemängeln.“

Untersucht wurden die Erdbeeren u. a. auf Clostridien, Salmonellen und Enterobacterien. Kanngießer kann nicht verstehen, warum der Witzenhäuser Biologe seine Aussage getätigt ha,t bevor er nach eigenem Bekunden Untersuchungsergebnisse beispielsweise des Werrawassers bei Herleshausen vorliegen hatte.

Die Hälfte seiner Erdbeeren sind hinüber, aber das liegt nicht am Hochwasser, sondern an der zuvor lang anhaltenden Kälte, wodurch die botanisch als Nüsse geltenden Erdbeeren durch das zusätzliche Wasser anfälliger geworden seien, sagt Landwirt Kanngießer. Seine Erdbeeren sehen aus wie eigens gewaschen, sind es aber nicht. Ungespritzt kosten sie wie im vergangenen Jahr 2,20 Euro das Pfund.

Einfach nur abwaschen, wie man es mit Obst ohnehin tun sollte, wird von der Lebensmittelüberwachung des Werra-Meißner-Kreises empfohlen.

Von Helmut Mayer

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