Hölzel sieht beim Eon-Rückkauf noch sehr viele Fragen ungeklärt

+

Werra-Meißner. Über den Rückkauf der Eon-Mitte-Anteile will der Kreistag Werra-Meißner in seiner Sitzung am kommenden Freitag abstimmen. Für die Kreistagsfraktion der Freien Wähler Gemeinschaft (FWG) Werra-Meißner ist der Rückkauf allerdings eine zu unsichere Sache.

FWG-Vorsitzender Andreas Hölzel erhofft sich nun bei der Sitzung des Finanzausschusses des Kreistages am Montag in Eschwege Antworten: "Sollten unsere Fragen nicht zufriedenstellend geklärt werden, dann wird die FWG bei der Kreistagssitzung am Freitag gegen den Rückkauf stimmen", sagt Hölzel ganz klar. Es sei einfach nicht nachvollziehbar, warum sich der Eon-Konzern von dem gewinnbringenden Regionalversorger und Netzbetreiber Eon-Mitte trennen möchte. Hölzel vermutet, dass Eon verkaufen möchte, da sich durch die Energiewende die Bedingungen für ein erfolgreiches Wirtschaften der Eon-Mitte in den kommenden Jahren verschlechtern werden.

Drei zentrale Themen brennen dem FWG-Vorsitzenden unter den Nägeln: Erstens sieht er einen Interessenkonflikt darin, dass der kommunale Verhandlungsführer, Marburg-Biedenkopfs Landrat Robert Fischbach, seit Jahren Mitglied im Aufsichtsrat der Eon-Mitte ist. Zweitens stellt er das zentrale Argument, nämlich den Erhalt der etwa 1200 Arbeitsplätze, infrage. Denn wie sollen die bei einer schlechten Rendite gehalten werden, fragt sich Hölzel: "Das beste Beispiel hier sind die kommunalen Krankenhäuser, da wurde auch Personal eingespart." Und drittens glaubt Hölzel nicht an die erwartete Erfolgsbilanz der künftigen EAM. "Hier werden Zahlen und Erfahrungen der vergangenen Jahre zugrunde gelegt, aber auf dem Energiesektor sind größere Veränderungen absehbar, die diese Berechnungen hinfällig machen könnten", sagt Hölzel. Er fragt sich deshalb, ob unter anderem bedacht wurde, dass durch den demografischen Wandel und durch Einsparungen durch den Einsatz moderner Geräte, der Stromverbrauch in Zukunft sinken wird. Auch wirft Hölzel ein, dass das Eon-Mitte-Netz teilweise bis zu 65 Jahre alt ist und deshalb schon alleine bei der Instandhaltung hohe Investitionen notwendig werden. "Zusätzlich werden hohe Kosten entstehen, um das Netz auf das neueste technische Know-how zu heben", sagt Hölzel.

Kommentare