Die Eschwegerin Anni Eck ist trotz ihres hohen Alters immer noch leidenschaftliche Keglerin

Gut Holz auch noch mit 90

Sie schieben eine flotte Kugel: Die Eschweger Kegeldamen treffen sich regelmäßig in der Gaststätte „Zur Krone“ und immer mit dabei die 90-jährige Anni Eck (Mitte). Foto: Skupio

Eschwege. Dass Sport eben nicht gleich Mord ist, sondern vielmehr jung hält, dafür ist Anni Eck der beste Beweis. Denn die gebürtige Steiermärkerin ist mit 90 Jahren das älteste Mitglied der Eschweger Kegeldamen.

Rein geselliger Verein

„Wir sind ein rein geselliger Verein“, erklärt Gretel Heinemann, die Präsidentin der Kegeldamen. Entstanden ist der Zusammenschluss der sportlichen Damen vor über 50 Jahren. „Damals waren unsere Männer alle Mitglied im Ruderverein und sehr fidel. Während sie oft ausgingen, blieben wir Frauen meist allein zu Haus und das passte uns nicht“, erinnert sich die 80-Jährige. Deshalb entschlossen sich die Strohwitwen des Rudervereins, einen Kegelabend zu veranstalten.

Auf einen Abend folgte ein weiterer, die Lokale wechselten auch in den 50 Jahren, aber die Geselligkeit und der Sport blieben, so dass sich die Kegeldamen noch heute treffen, um die eine oder andere Kugel zu schieben. Nur rund zehn Frauen nehmen an den Kegelabenden teil. Anni Eck ist mit 90 Jahren die älteste Keglerin, die jüngste könnte mit 61 Jahren leicht ihre Tochter sein.

Wir sind bestrebt, gut zu kegeln, auch wenn das Gesellige und die Gemütlichkeit im Vordergrund steht.

Viele der Kegeldamen aus der Gründungszeit sind bereits verstorben, Anni Eck und Gretel Heinemann zählen zu den Ältesten. „Leider ist Kegeln wegen des Bowlings nicht mehr so beliebt“, erklärt Heinemann. Obwohl das Kegeln in den letzten Jahrzehnten an Attraktivität verloren hat, finden immer wieder jüngere Frauen ihren Weg in die Gruppe. „Wir sind bestrebt, gut zu kegeln. Trotzdem stehen das Gesellige und die Gemütlichkeit bei uns im Vordergrund.

Deshalb nehmen wir zum Einen nicht unnötig viele Mitglieder auf und achten andererseits auch darauf, dass die Damen zu uns passen“, erklärt Heinemann.

Königin spendiert ein Essen

Denn bei zu vielen Mitgliedern würden sich zwangsläufig Grüppchen bilden. Außerdem wären auch die Gespräche unpersönlicher und nicht zuletzt müssten die Kegeldamen sich eine Kegelbahn suchen, die über einen entsprechend großen Gastraum verfügt. Jedes Jahr veranstalten die Kegeldamen eine Fahrt. „Dort wird dann aber nicht gekegelt“, verrät Heinemann. In den Spreewald oder nach Bregenz führten diese Touren schon. Auch die Königin wird jährlich ausgekegelt, mit 20 Würfen in die Vollen. Die muss dann ein Essen ausgeben, denn die Gemütlichkeit steht schließlich im Vordergrund.

Von Wolfram Skupio

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