Hundepension passt auf Tiere auf, während Besitzer bei der Arbeit sind

Kalle als Tagesgast: Der Hund von Hartmut Kleiber (links) fühlt sich in der Huta von Volker Koch (rechts) wie zuhause. An manchen Tagen darf Kalle auch mit ins Büro. Foto: Weber

Werra-Meißner. Wohin mit dem Hund, wenn man selbst zur Arbeit muss und das Tier nicht mitnehmen darf? In Helsa gibt es für solche Fälle eine Hundepension. Deren Betreiber Volker Koch betreut bis zu 25 Tiere täglich.

Eigentlich erwartet man, wenn fremde Hunde sich begegnen, dass es einen Riesen-Radau gibt. Doch Volker Koch, der in Helsa eine Hundeschule und Hundepension betreibt, bleibt ganz entspannt. Und genauso entspannt bleiben die Hunde. Sie beschnuppern sich zuerst. Dann rennt der ganze Pulk gelassen durch den Garten der Hundeschule. Gebellt wird gar nicht.

Für Hartmut Kleiber liegt Helsa auf halbem Weg - und zwar von seinem Wohnort Kassel und seiner Arbeitsstelle in Eschwege. Zweimal in der Woche gibt er seinen Terrier Kalle tagsüber bei Volker Koch ab. Dann rennt Kalle mit dem Pulk der Hunde, ist zwischen Schäferhunden und Doggen zwar beinahe der Kleinste, kann sich aber gegenüber den anderen gut behaupten.

Vielen Hundebesitzern geht es nicht anders als berufstätigen Eltern. Während der Arbeitszeit brauchen sie eine Betreuung für ihre Hunde. Volker Koch hat bis zu 25 „Tagesgäste“, wie er es nennt. In den Ferien kommen noch ein paar Dauergäste hinzu. Die Hunde betreut er an diesem Tag zusammen mit seinen beiden Auszubildenden Marc Pottast und Alina Casselmann. Insgesamt ist das Team der Hundeschule fünf Mann stark, denn es muss immer jemand bei den Tieren sein.

Neben dem Auslauf im Garten des freistehenden Hauses, ist der Aufenthaltsraum der Hunde drinnen eingerichtet wie ein Wohnzimmer. Keine sterilen, gekachelten Räume. Im Gegenteil. Nachdem sie im Freien getobt haben, lümmeln sich die Vierbeiner auf die Ledersofas oder schlafen eine Runde in ihren Körbchen oder auf der warmen Fensterbank. Fast wie zuhause.

„Auf Volker Koch bin ich gekommen, da ich zuerst Hilfe bei der Erziehung meines Hundes gesucht hatte“, erzählt Hartmut Kleiber. Jetzt besucht Kalle die „Huta“, die Hundetagesstätte, regelmäßig, wie viele andere Vierbeiner von Pendlern, die ihre Hunde während der Arbeitszeit unterbringen müssen. Aber Hartmut Kleiber hat das Glück, dass er seinen Hund an anderen Tagen auch mit ins Büro nehmen kann, in die Geschäftsstelle des Vereins Aufwind, wo er als Vorstandsmitglied arbeitet. Im Büro kennt Kalle schon alle Mitarbeiter und die kennen ihn und haben immer Leckerchen in der Schreibtischschublade.

„Ein Bürohund leistet einen guten Beitrag zur Gesundheit“, sagt Hartmut Kleiber. „Er ist auch ein gutes Mittel gegen Burnout, da man immer mal zwischendrin Pausen macht und sich bewegt.“ Dass Bürohunde beruhigend und positiv auf das Betriebsklima wirken, kann auch Torsten Rost, Leiter der Diacom Altenhilfe in Eschwege, bestätigen. „Die Mitarbeiter aber auch die Bewohner unseres Seniorenheims kommen gerne ins Büro, um den Hund zu streicheln“, sagt er. Und wenn es dann doch mal stressig ist im Büro, weiß Hartmut Kleiber, wo er seinen Hund unterbringen kann und dass Kalle in der Huta gut versorgt ist.

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