Pro Monat zwischen 65 und 209 Euro brutto mehr

VW-Mitarbeiter bekommen 3,4 Prozent mehr Lohn

Wolfsburg. Die 16.600 Beschäftigten aus dem VW-Werk Kassel in Baunatal bekommen demnächst 3,4 Prozent mehr Geld.

Wie die IG Metall am Donnerstagmorgen bestätigte, einigten sich die Gewerkschaft und der Arbeitgeber auf dieses Ergebnis für einen neuen Haustarifvertrag bei Volkswagen. 

Rund 5000 Mitarbeiter am nordhessischen Standort hatten kürzlich bei einer Kundgebung der Gewerkschaft ihrer Forderung Nachdruck verliehen. Dabei waren 5,5 Prozent mehr Lohn gefordert worden.

Eine Höhe von 3,4 Prozent sieht auch der kürzlich erfolgte bundesweite Kompromiss im Metall-Flächentarif vor. Damit hätten die VW-Haustarif-Beschäftigten je nach Entgeltstufe pro Monat zwischen 65 und 209 Euro brutto mehr. Rund 115.000 nach dem Haustarif Beschäftigte bei Volkswagen sind von der Lohnsteigerung betroffen.

Der Firmentarif bei VW ist laut IG Metall mit Abstand der größte in Deutschland. Die hausinterne Regelung des Autobauers hat ihre Wurzeln in der Nachkriegszeit und gilt für die sechs westdeutschen VW-Werke Emden, Wolfsburg, Braunschweig, Salzgitter, Hannover und Kassel sowie für die Bank- und Immobilientochter des VW-Konzerns.

Die IG Metall hatte bei VW einige Wochen später als in der Fläche verhandelt. Die Gewerkschaft orientiert sich beim VW-Haustarif an den bundesweiten Forderungen der Metallindustrie, hatte zuletzt aber oft ein Sahnehäubchen erzielt, etwa in Form einer Rentensonderzahlung.

Aktualisiert um 11 Uhr.

Dieses Ziel hatte IG-Metall-Verhandlungsführer Hartmut Meine zum Start der Verhandlungen am Mittwoch bekräftigt: "Es muss schon ein Stückchen Sahne oben drauf sein", sagte er. In der Fläche hatte es 150 Euro Einmalzahlung als Ausgleich für drei anfängliche Nullmonate ohne Erhöhung gegeben. VW dürfte das nun mindestens ähnlich regeln.

Mit der Einigung beenden die Arbeitgeber die Haustarifverhandlungen geräuschlos schon in Runde drei. Bei der zweiten Runde Mitte Februar hatte der neue bundesweite Flächentarif noch nicht gestanden, an dem sich VW im Haustarif orientiert. Damals bot VW-Verhandlungsführer Martin Rosik 2,2 Prozent Entgeltplus an - das war der damalige Stand der Arbeitgeberofferte im Flächentarif. Die IG Metall war bei VW und in der Branche mit 5,5 Prozent Entgeltforderung ins Rennen gegangen.

Mehr Infos zum VW-Werk in Baunatal finden Sie in unserem Regiowiki.

Bei VW verdienten die Haustarif-Mitarbeiter bisher in der niedrigsten Stufe 1916,50 Euro brutto im Monat, wobei jedoch die zweitniedrigste Stufe mit 2139,50 Euro die Regel für das Minimum ist. Das Ende der tariflichen Fahnenstange waren zuletzt 6131,50 Euro brutto im Monat - gezahlt in der Regel an erfahrene Spezialisten mit Uni-Abschluss.

Neben der Entgeltfrage wollte die IG Metall die jährliche Zahl der Ausbildungsplätze bei VW um 150 auf 1400 erhöhen. Zusätzlich sollte es eine Verhandlungsverpflichtung über einen Zukunftspakt geben. Er soll etwa die Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf regeln oder Konzepte, die sich um die Digitalisierung der Arbeitsplätze drehen. (sok/dpa)

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