Wettbewerb: Kreis fördert das Zusammenleben von Behinderten und Nicht-Behinderten

Inklusion braucht Öfentlichkeit

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Gelebte Inklusion: Behinderte und Nicht-Behinderte Menschen stehen auf einer Bühne und nehmen gemeinsam die Preise für ihre Projekte entgegen.

Eschwege. Sieben Institutionen teilen sich das Preisgeld von 35 000 Euro des Wettbewerbs „Miteinander füreinander - Inklusion aktiv gestalten“. Das hat eine fünfköpfige Jury entschieden, die aus 15 Bewerbungen aussuchen musste.

Der Werra-Meißner-Kreis hatte zu dem Wettbewerb aufgerufen, um Initiativen auszuzeichnen, die das Thema Inklusion (Teilhabe) besonders gut verwirklichen.

Etwa ein Viertel der Menschen im Werra-Meißner-Kreis, rund 26 000, haben eine Behinderung. Zusammen mit fünf anderen Landkreisen wurde der Werra-Meißner-Kreis Modellregion. „Die Inklusion ist hier angekommen, der Durchbruch ist allerdings noch nicht gelungen“, sagte Landrat Stefan Reuß während der Eröffnung. Der hoch dotierte Wettbewerb solle ein Ansporn sein. Gewonnen haben

• Die Paul-Moor-Schule zusammen mit dem SC Niederhone „Fußball inklusive“. Behinderte und Nicht-Behinderte spielen gemeinsam Fußball. Drei Moor-Schüler sind im Trainingsbetrieb fest integriert.

• Die Musikschule Werra-Meißner und der Verein Aufwind mit „Steels Drums“. Trommelworkshop, bei dem jeder mitmachen. „Eine Gewinn-Situation für Gehandicapte, Nicht-Gehandicapte und die Zuhörer“, sagt die Jury.

• Werkstatt für Junge Menschen und Schule für Lernhilfe mit der „Übungs- und Trainingsfirma in der Talentwerkstatt“. Hier wird versucht, den Übergang von Schule in den Beruf zu erleichtern.

• Der Lindenhof realisiert „Lebensträume/-wünsche“. Das Therapiezentrum richtet sich mit seinem Angebot an die 22 Schädel-Hirn-Trauma-Patienten. Ihnen, die im Durchschnitt erst 40 Jahre alt sind, sollen durch Paten Wünsche erfüllt werden. Zurzeit übernehmen sieben Paten die Aufgaben. Freiwillige werden gesucht.

• Die Marchingband Silver Lions aus Sontra und die Cheerleaders Black Chili Peppers der Paul-Moor-Schule Reichensachsen für „Inklusive Colour“. Die Musikgruppe und die gehandicapten Tänzerinnen proben gerade für ihren ersten Auftritt zum Sontraer Heimatfest am 1. Juni.

• Der Eschweger TSV mit seinem „Rollstuhl-Basketball“. Alle Teilnehmer, ob behindert oder nicht, sitzen im Rollstuhl und Spielen gemeinsam Basketball. „Gemeinsamer Sport, gemeinsamer Spaß“, sagt die Jury.

• Der Sonderpreis geht an Rundfunk Meißner mit ihrem „Handicap-Radio“. Sie benötigen das Geld, um das Studio so herzurichten, dass auch Seh- und Hörbehinderte, sowie körperlich beeinträchtigte Radio machen können. „Inklusion braucht Öffentlichkeit. Das wird hier perfekt umgesetzt“, lobte die Jury. Alle Projekte sind und wurden noch in diesem Jahr umgesetzt. Die 15 Organisationen, die sich beworben haben, werden im Sommer vom Kreis nocheinmal eingeladen. Die Werra-Rundschau wird alle sieben Preisträger nocheinmal in einer losen Serie ausführlich vorstellen.

Von Tobias Stück

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