Internetbetrug:

Polizistentochter nimmt gutgläubige Opfer aus

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Eschwege. Gegen eine 20-Jährige aus Eschwege wird wegen Internet-Betruges in größerem Stil ermittelt. Die junge Frau hatte von Käufern Geld kassiert, ohne die Ware zu liefern. Das Vertrauen der Käufer hatte sich die 20-Jährige mit Hilfe des Personalausweises ihres verstorbenen Vaters erschlichen, der Polizist gewesen war.

Für die Kasseler Staatsanwaltschaft gilt die 20-Jährige als Hauptbeschuldigte. Gegen sie werde in insgesamt acht Fällen wegen Internet-Betruges und in weiteren Fällen wegen EC-Kartenbetruges ermittelt, sagt Dr. Götz Wied, Sprecher der Staatsanwaltschaft. Unklar sei bisher, ob es Mittäter gebe. Die junge Frau habe für ihre Betrügereien auch Konten und E-Mail-Adressen von anderen Personen genutzt.

Der Familie Dudek im südhessischen Rodgau hatte die 20-Jährige ein fabrikneues I-Phone für 500 Euro angeboten. Das Geld ist weg, das Telefon nie angekommen. „Da alles vertrauenswürdig erschien, Konto, Adresse, Personalausweis“, berichtet Kristina Dudek, habe man wie gewünscht auf die Zahlung per Käuferschutz-Portal Paypal verzichtet und die 500 Euro auf das genannte Konto bei der Sparkasse Werra-Meißner überwiesen. Als nach drei Wochen immer noch kein Handy angekommen war, erstattete Martin Dudek Anzeige bei der Polizei. Und erfuhr dort, dass es weitere Geschädigte gibt und der Polizist, dessen Ausweis zur Sicherheit als Bild per E-Mail an die Käufer verschickt wurde, bereits 2013 gestorben sei.

„Das schlimmste an dieser Geschichte ist“, sagt die betrogene Kristina Dudek, „dass sich der Mann im Grab umdrehen würde, wenn er wüsste, wie kriminell seine Familie geworden ist.“

Nach Angaben der Polizei Eschwege sei der Verstorbene kein Polizist in Hessen gewesen, sondern habe im nordrhein-westfälischen Recklinghausen gearbeitet.

Wie die 20-Jährige eine Familie um ein i-Phone betrogen hat, lesen sie in der gedruckten Donnerstagausgabe der Werra-Rundschau.

Von Jörg Steinbach

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