Unternehmensnachfolge

Internetplattform soll Arbeitsplätze erhalten

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Werra-Meißner. „Wer führt meinen Betrieb weiter, wenn ich in Rente bin?“ Mit dieser Frage beschäftigen sich jährlich Tausende Unternehmer in Deutschland. Das Institut für Mittelstandsforschung in Bonn geht davon aus, dass zwischen 2014 und 2018 in Hessen rund 10 600 Unternehmen übergeben werden sollen – innerhalb der Familie oder an andere Interessenten.

Werra-Meißner. „Wer führt meinen Betrieb weiter, wenn ich in Rente bin?“ Mit dieser Frage beschäftigen sich jährlich Tausende Unternehmer in Deutschland. Das Institut für Mittelstandsforschung in Bonn geht davon aus, dass zwischen 2014 und 2018 in Hessen rund 10 600 Unternehmen übergeben werden sollen – innerhalb der Familie oder an andere Interessenten. Auch im Werra-Meißner-Kreis werden derzeit vermehrt Nachfolger gesucht. Die Wirtschafts-Förderungs-Gesellschaft (WFG) mit Sitz in Eschwege schätzt, dass in den kommenden Jahren bei 160 bis 220 heimischen Firmen die Übergabe ansteht. Deshalb will die WFG neben der Beratung zu Fördermöglichkeiten vermehrt als Vermittler fungieren. Über die bundesweiten Nachfolgebörse „Nexxt-Change“ erweitern Geschäftsführer Siegfried Rauer und Betriebswirt Peter Döring derzeit den WFG-Internetauftritt um eine kreisweite Börse. „Wir führen Menschen, die einen Nachfolger suchen mit geeigneten Leuten zusammen, die einen Betrieb übernehmen wollen“, erklärt Döring. Das Besondere: Bevor Unternehmer und Interessent die Kontaktdaten tauschen, prüft die WFG, ob die beiden überhaupt zueinander passen. „Häufig hat ein Unternehmer besondere Vorstellungen von seinem Nachfolger“, so Döring. Die Erfolgsaussichten seien nach der Filterung durch die Berater deutlich besser. „Wir sind Mittelsmann zwischen den Parteien“, so Rauer. Durch ihre Initiative will die WFG wertige Arbeitsplätze in der Region erhalten. Denn es komme immer wieder vor, dass Firmen nicht weitergeführt werden, weil kein geeigneter Nachfolger zu finden ist. Besonders schwierig gestalte sich die Suche in Handwerksbetrieben, weiß Döring. Ein Grund sei die in vielen Berufen noch bestehende Meisterpflicht. Im Handel seien dagegen nur wenige auf Nachfolgersuche. „Diese Betriebe werden meist aufgegeben und nicht über mehrere Generationen geführt.“ (cha/fst)

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