Iraker bestreiten Vergewaltigung: Minderjähriger Zeuge vor Gericht

Kassel / Eschwege. Nach einem „zuvor gemeinschaftlich beschlossenen Tatplan" sollen zwei Männer aus dem Irak, die im Flüchtlingswohnheim in Eschwege untergebracht waren, dort im April einen minderjährigen Mitbewohner vergewaltigt haben. Deshalb stehen die beiden 21-Jährigen vor dem Landgericht Kassel.

Diesen Vorwurf von Oberstaatsanwältin Andrea Boesken wiesen beide Angeklagte am zweiten Prozesstag weit von sich. Während der älter wirkende Mann mit dem kantigen Kopf sichtlich aufgeregt bestritt, überhaupt etwas mit dem Geschehen zu tun gehabt zu haben, gab der Jüngere mit dem dunklen Wuschelhaar und den weichen Gesichtszügen zu, dass es zum Geschlechtsverkehr zwischen ihm und dem Jungen gekommen sei. Aber: „Das war keine Vergewaltigung.“ Vielmehr habe der Junge sich ihm regelrecht aufgedrängt und mit der körperlichen Annäherung begonnen: „Er lügt.“

Das Opfer selbst wurde auf Antrag seines Rechtsbeistands unter Ausschluss der Öffentlichkeit vernommen. Auch die Angeklagten mussten während der Zeugenaussage den Saal verlassen.

Ob der Flüchtlingsjunge zur Tatzeit 14 Jahre alt und damit jugendlich war, wie angenommen, oder aber erst zwölf oder 13 Jahre, ist unklar. Über sein Alter gibt es in den Gerichtsakten unterschiedliche Angaben.

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