Es gibt wieder mehr Nachwuchs im Kreis

Jäger für Schutz der Wildkatzen

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Diese kleine Wildkatze hatte Angst vor der Fotokamera und wollte auf einen Baum flüchten.

Eschwege. Das Wildkatzenschutz-Programm des Jagdvereins Hubertus Kreis Eschwege trägt Früchte. Erst kürzlich konnte in einem besonders ruhigen und abgelegenen Teil des Schlierbachswaldes eine Wildkatze beobachtet werden, die vier kleine Junge führte.

Diese Wildkatzenbeobachtung ist auch deshalb etwas Besonders, weil sie beweist, dass Wildkatzen im Sommer eine zweite Paarungszeit haben und somit im Herbst noch Gehecke vorkommen können. Dies ist in diesem Jahr schon das dritte Wildkatzengeheck, das im Schlierbachswald beobachtet werden konnte. Weitere Schwerpunkte der Wildkatzenverbreitung im Werra-Meißner-Kreis sind der Meinhard, der Ringgau, das Sontraer Bergland und der Meißner.

Seit vielen Jahren setzt sich der Jagdverein für den Schutz der im Werra-Meißner-Kreis noch häufig vorkommenden Wildkatzen ein. „Wir Jäger empfinden es als unsere Pflicht, unsere Schutz- und Hegebemühungen besonders den Wildarten zukommen zu lassen, deren Bestand bedroht ist“, betonte der Vorsitzende des Jagdvereins, Rainer Stelzner. Mit dem Schutzprogramm fordert der Verein die Jagdleiter der herbstlichen Gesellschaftsjagden auf Wildschweine und Rehe auf, alle teilnehmer darauf hinzuweisen, dass Wildkatzen im Revier vorkommen und dass der Abschuss aller Katzen untersagt ist. In Wildkatzenrevieren sollte die Fallenjagd ausschließlich mit Lebendfangfallen durchgeführt werden, um Fehlfänge zu vermeiden. Darüber hinaus fördert der Jagdverein lebensraumverbessernde Maßnahmen für die Wildkatzen mit erheblichen, finanziellen Mitteln.

Arbeit wurde ausgezeichnet

Dies sind die Anlage und Pflege von Wildwiesen im Wald, die Schaffung von Ruhezonen und die Anpflanzung von Obstbäumen auf Waldwiesen und waldrandnahen Wiesen. Auf diese Weise sollen für die Wildkatzen ruhige, besonnte und an Mäuse reiche Lebensräume geschaffen und gestaltet werden. Der Jagdverein bemüht sich außerdem, alle verunfallten Wildkatzen einer wissenschaftlichen Untersuchung an der Veterinärmedizin der Universität Gießen zuzuführen.

Diese Bemühungen des Jagdvereins Hubertus fand durch die Verleihung des Umweltschutzpreises des Werra-Meißner-Kreises im Jahr 2010 auch öffentliche Anerkennung. (WR)

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