Gerichtsurteil führt zu Gesetzesänderung

Jagdgenosse nur freiwillig

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Beibehalten wird das Revierjagdsystem, mit dem Deutschland zu einem der wildreichsten Länder Europas wurde.

Werra-Meissner. Muss ein Grundeigentümer die Jagdausübung auf seinem Land dulden? Nein, sagte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte im Juni 2012.

Es ging es um die Beschwerde eines Mannes darüber, dass er die Jagd auf seinem Land dulden muss, obwohl er sie aus ethischen Gründen ablehnt.

Dr. Jörg Brauneis vom Jagdverein Hubertus Kreis Eschwege erläutert die bisherige Rechtslage: Alle Grundstücke von privaten oder öffentlichen Eigentümern, die alleine nicht groß genug sind, um eigenständig bejagt werden zu können (d.h. kleiner als 75 Hektar), sind zu gemeinschaftlichen Jagdbezirken (sog. Jagdrevieren, meist einer Dorfgemarkung entsprechend) zusammengefasst. Diese werden von der Jagdgenossenschaft verwaltet. Alle Grundeigentümer sind Pflichtmitglieder der Jagdgenossenschaft. Die regelt die Nutzung der Jagd (i.d.R. durch Verpachtung) und zahlt den Grundeigentümern anteilig den Ertrag aus. Die Jagdgenossenschaft garantiert auch die Regulierng des entstehenden Wildschadens. Der Gerichtshof befand nun, dass die Verpflichtung zur Mitgliedschaft Grundstücksbesitzern in Deutschland, die die Jagd ablehnen, eine unverhältnismäßige Belastung auferlegt. (hm)

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