40 Jahre Werra-Meißner-Kreis: 500 geladene Gäste feiern Jubiläum in der Eschweger Stadthalle

Drei Landräte in vierzig Jahren: Stefan Reuß (rechts) steht aktuell an der Spitze des Kreises. Er begrüßt seinen Vorgänger Dieter Brosey und die Witwe von Landrat Eitel Höhne, Helga Höhne.

500 geladene Gäste amüsierten sich köstlich über die Anekdoten in launigen Worten. Ausgesprochen humorvoll setzte sich auch Professor Dr. Hans-Günter Henneke vom Präsidium des Deutschen Landkreistages in seiner Laudatio mit dem Werra-Meißner-Kreis auseinander.

Von Harald Sagawe

Eschwege. Den Werra-Meißner-Kreis gab es gerade ein halbes Jahr, als Heike Schöneck und Horst Hartmann ihre Ausbildung bei der Verwaltung begannen. Heute, fast vierzig Jahre später, sind beide noch immer beim Kreis beschäftigt. Am Mittwochabend während des Festaktes anlässlich des Zusammenschlusses der Landkreise Eschwege und Witzenhausen zum 1. Januar 1974 erzählten Schöneck und Hartmann in der Stadthalle in Eschwege von den Anfängen.

„Kommunale Selbstverwaltung im Haupt- wie im Nebenamt lebt von überschaubaren Strukturen.“

Sein erster Kontakt mit der Region Nordhessen beruhte auf einem Irrtum. Als er eine Fahrkarte nach Nebra in Sachsen-Anhalt kaufen wollte, habe er eine nach Bebra bekommen.

Dr. Henneke verzichtete aber auch nicht auf ernste Töne. Der Redner warnte vor zu großen kommunalen Einheiten. Als Negativbeispiele führte er ostdeutsche Landkreise mit Ausdehnungen von 5000 Quadratkilometern an. Zum Vergleich: Im Werra-Meißner-Kreis leben auf 1000 Quadratkilometern 100 000 Menschen. „Kommunale Selbstverwaltung im Haupt- wie im Nebenamt lebt von überschaubaren Strukturen“, sagte er. Das sollte nicht ohne Not zerstört werden, so die klare Absage des Präsidiumsmitglieds an die neuerliche Zusammenlegung von Flächenkreisen.

Zuvor hatte Kreistagsvorsitzender Dieter Franz zahlreiche Ehrengäste begrüßt, darunter neben Festredner Professor Dr. Hans-Günter Henneke den geschäftsführenden Direktor des Hessischen Landkreistages, Christian Engelhardt, Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke, Land- und Kreistagsabgeordnete, Stadtverordnetenvorsteher und Bürgermeister sowie Vertreter aus Politik und Wirtschaft, von Vereinen und Verbänden sowie die Mitarbeiter der Kreisverwaltung.

Festakt zum 40. Geburtstag des Werra-Meißner-Kreises

Landrat Stefan Reuß beschwor das Selbstvertrauen der Menschen um Kreis und die Zukunftsorientiertheit: „Wir haben uns auf den Weg gemacht, die Zukunft in die eigene Hand zu nehmen.“ Christian Engelhardt schwärmte von der Schönheit des Kreises, die er bei seiner Anfahrt entdeckt habe. Der Direktor des Landkreistages sprach sich für Entscheidungskompetenz auf kommunaler Ebene aus. Regierungspräsident Dr. Lübcke sagte an Landrat Reuß gerichtet: „Lassen Sie uns daran arbeiten, dass die Menschen hier ihre Heimat haben.“

Kommentare