Fünf Gründe, warum die Einrichtung besonders ist

20 Jahre Stadtteilladen Heuberg: Jeder ist hier willkommen

+
Prost mit alkoholfreien Cocktails: Die Leiterin des Sozialen Stadtteilladens Heuberg, Ursula Hesse (rechts), stößt gemeinsam mit ihren Mitarbeitern und den zahlreichen Ehrenamtlichen der Einrichtung auf den 20. Geburtstag an. 

Eschwege. Alkoholfreie Cocktails, ein liebevoll hergerichtetes Büfett, zahlreiche Geschenke und viele liebe Dankesworte – der Soziale Stadtteilladen Heuberg der Diakonie feierte am Freitag seinen 20. Geburtstag mit einem Festakt. Fast auf den Tag genau – denn eröffnet wurde die Einrichtung am 30. April 1996. 

Bereits seit den 1970er-Jahren gibt es eine soziale Einrichtung im Stadtteil Heuberg und fast genauso lange – nämlich 33 Jahre – ist Ursula Hesse dort aktiv. Seit 20 Jahren leitet sie den Stadtteilladen mit viel „Liebe und Herz“, wie viele Redner betonten.

Angefangen hat es mit dem sozialpädagogischen Arbeitskreis, „also einer klassischen Brennpunktarbeit“, sagte Erster Stadtrat und Sozialdezernent Reiner Brill und betont: „Die Entwicklung von einer Kinderstube hin zu einem Familienzentrum mit vielen Angeboten ist mehr als gelungen.“ Er zeigte fünf Punkte auf, die den Stadtteilladen auszeichnen:

1. Generationenübergreifend: 

 Vom Koch- über den Sprach- und Nähkurs bis hin zu Bildungsangeboten gibt es im Stadtteilladen zahlreiche Angebote für Jung und Alt. „Wobei auch hier die Kinder der Türöffner sind und die Erwachsenen nachkommen“, sagt Brill. Rund 70 Kinder nehmen regelmäßig an den Ferienspielangeboten teil.

2.Integration unterschiedlicher Kulturen: 

 „Das ist ein sehr großer Verdienst des Stadtteilladens“, betonte Brill. Die ersten Bewährungsproben im Stadtteil hätte es bereits in den 1980er-Jahren mit der Integration der Russlanddeutschen und den Flüchtlingen aus dem Kosovo gegeben.

3. Niedrigschwellige Angebote: 

 Für die Angebote muss sich niemand anmelden. „Hier ist jeder immer herzlich willkommen“, betont Hesse. Besonders zeichne den Stadtteilladen aus, sagt Brill, dass die Angebote auf die Wünsche und Bedürfnisse der Anwohner ausgerichtet würden. So organisierte Hesse mit ihren Mitarbeitern beispielsweise drei Jahre lang einen Schwimmkurs für muslimische Frauen, an denen sie ohne Männer baden

gehen konnten.

4. Ehrenamtliches Engagement:

Rund 20 bis 30 Ehrenamtliche engagieren sich im Stadtteilladen: „Dieses große Engagement ist herausragend“, sagt Brill und Hesse bedankte sich bei ihren vielen Mitstreitern: „Ich brauche nie lange zu fragen, ihr seid einfach immer da.“

5. Gut vernetzt: 

 Von den kirchlichen und städtischen Einrichtungen bis hin zur Jugendförderung, sozialen Vereinen und den Wohnungsbaugesellschaften – der Soziale Stadtteilladen ist bestens vernetzt. Seit einiger Zeit hat auch Doreen Köhler vom Quartiersmanagement Heuberg ihr Büro im Stadtteilladen. „Diese Vernetzung ist vorbildlich“, sagt Brill. Unterstützt wird die soziale Einrichtung von der Kreisstadt mit 88 000 Euro pro Jahr, auch der Werra-Meißner-Kreis sowie zahlreiche private Spender unterstützen das Projekt.

Kommentare