Begegnungen zwischen Hundehaltern und Passanten verlaufen oft nicht reibungslos

Ohne Rücksicht geht nicht

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Rund 30 Meter von der Stelle entfernt, an der Marc Hoe gebissen wurde, weist ein Schild höflich auf die Leinenpflicht hin.

Eschwege. Trotz Leinenpflicht für Hunde in den Grün- und Naherholungsanlagen der Stadt kommt es immer wieder zu unliebsamen Begegnungen, vor allem, wenn Hunde auf Jogger treffen.

Am Oberschenkel erwischte der Hund Marc Hoe.

So auch bei Marc Hoe, der am 1. Februar wie gewohnt seine Runden an der Werra entlang laufen wollte. Als ihm drei Hunde samt Herrchen entgegenkamen, wollte Hoe nur höflich sein und sagte zum Hundehalter, dass sich die Tiere sicher über den Auslauf freuten. Während zwei der Hunde angeleint waren, wertete der dritte das Gespräch offenbar als Angriff gegen sein Herrchen und biss zu.„Wo die Leute ihre Tiere anzuleinen haben, ist in der Eschweger Gefahrenabwehrverordnung eindeutig geregelt“, erklärt Uwe Schäffer, der Leiter des Fachbereichs Ordnung. Im Bereich von Werratalsee und Schwanenteich wird auf die Leinenpflicht mittels Beschilderung sogar explizit hingewiesen. „Es ist eine Unsitte, dass die Leute ihre Hunde frei laufen lassen“, sagt Gisela Hoe, Marcs Mutter.

Apell an Hundehalter

Selbst wenn die Vierbeiner aufs Wort gehorchten, sei es für Menschen mit Hundephobie problematisch, wenn ihnen freilaufende Hunde in der Feldflur begegnen, meint sie und appelliert an die Verantwortung der Hundehalter. „Manche können sich einfach nicht vorstellen, dass eine Begegnung mit Hunden Stress bedeutet, wenn man wie ich Angst vor Hunden hat“, erklärt Hoe. Ihr Sohn Marc geriet nach dem Vorfall auch noch in Streit mit dem Hundehalter. Dieser machte ihn für den Biss verantwortlich. Hoe hätte ihn eben nicht ansprechen dürfen. Der erstattete daraufhin Strafanzeige. „Ein Hundebiss stellt immer eine Körperverletzung dar“, sagt Polizeihauptkommissar Markus Peters, der zu dem laufenden Verfahren keine Angaben machen möchte. Das Ordnungsamt würde aber in jedem Fall informiert, wenn ein Hund auffällig werde. „Unser Problem ist, dass bei dem Vorfall meist nur Halter und Geschädigter anwesend sind“, sagt Schäffer. „Es muss aber mit Rücksicht auf den Einzelfall entschieden werden, ob ein Hund künftig als gefährlich einzustufen ist.

Von solchen Hunden gibt es in Eschwege derzeit zwölf. Weitere fünf wurden wegen ihrer Rasse als gefährlich eingestuft. „Bei gefährlichen Hunden verhängen wir Auflagen wie etwa Maulkorbzwang und die Hundesteuer wird von rund 65 auf 600 Euro erhöht“, erklärt Schäffer. Gisela Hoe geht es jedoch nicht um Strafen, sie wünscht sich einfach mehr Rücksicht.

Von Wolfram Skupio

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