Firmen sind wieder stärker mit voller Belegschaft am Montag im Zelt vertreten

Johannisfest: Frühschoppen im Team

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Nicht nur der Region, auch dem Johannisfest ist die Sparkasse verbunden. In einheitlichem Outfit war sie mit zirka 160 Mitarbeitern vom Azubi bis zum Chef vertreten und sorgte ordentlich für Umsatz in Hendrichs Zelt.

Eschwege. Ein weit verbreitetes Vorurteil muss man sich als Besucher des montäglichen Frühschoppens zum Johannisfest abschminken: Am Tisch wird langsamer getrunken als an der Theke. Das stimmt nicht! Aber bequemer geht es zu, man muss sich nicht mit einem Glas in jeder Hand mühsam behaupten in der Enge des Bermuda-Dreiecks an der Theke. Da geht es zwar ruhiger zu als noch vor ein paar Jahren, aber untergehen kann man in dem Thekenbereich mit der höchsten Schlagzahl immer noch.

Der erfahrene Profi-Frühschoppler versucht, zumindest zeitweise am Tisch zu sitzen und bringt sich Verpflegung mit. Dank roter Wurst, Gurken und Brot kann er sitzenbleiben und verpasst keine Runde Gerstensaft, während dies dem Thekensteher durchaus passieren kann, wenn er raus an den Bratwurststand eilt. Spätestens im Toilettenwagen mit Blick zum Bismarckturm sehen sich beide Fraktionen wieder und trällern das Dietemannslied.

Das hat der Fanfarenzug zwischendurch zum Besten gegeben und das Publikum ringsum dankte es mit Applaus auf Tischen und Bänken.

Es fiel auf, dass „Corporate Identity“ beim gemeinsamen Trinken auf dem Vormarsch ist. Das heißt, Firmen erscheinen zunehmend geschlossen in einheitlichen Hemden und dokumentieren ihre Verbundenheit mit dem Fest. Wohl auch, damit sie sich nicht verlieren. „Nicht erst um 13.30 Uhr, wenn, dann richtig“, sagt Bettina Strauß von der Sparkasse, die mit rund 160 Mitarbeitern vertreten war. Dank der Kleidung erkennbar waren u. a. auch VR-Bank, Heidenreich, Rathaus und Stadtwerke zu sehen, Letztere bis auf den Notdienst vertreten. „Wir sind gern 4“ stand auf den Hemden des Fachbereichs Planen und Bauen, und dass sie gern hier waren, sah man den Damen und Herren der gemeinhin als Bauamt bekannten Abteilung im Rathaus auch an.

Seit 57 Jahren in Eschwege, war es gestern „bestimmt der 50. Frühschoppen“ für den 79-jährigen Horst Viereck, Ex-Fahrschullehrerlegende beim BGS, dem das Bier im Kreis seiner Saunafreunde schmeckte.

Selbst die sieben Teilnehmer des VHS-Kurses „Deutsch für Ausländer“ waren mit ihrer Dozentin Irina Scheffler da, um deutsche Gemütlichkeit zu lernen. Na, dann Prost!

Von Helmut Mayer

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