Nach 20 Jahren als Korrespondentin schulte Christine Goebel zur Hundetrainerin um

Jugendtraum ging in Erfüllung

Sie sind sehr gut erzogen: Filou und Spencer, die beiden Australien Shepards von Christine Goebel hören auf ihr Frauchen. Foto: privat

Eschwege. An den Umgang mit „hohen Tieren“, als sie 20 Jahre in der Pressestelle der FDP in Bonn und Berlin als Fremdsprachenkorrespondentin arbeitete, hatte sich die in Eschwege aufgewachsene Christine Göbel, geborene Groß, längst gewöhnt. Ein interessanter, abwechslungsreicher Beruf. „Und obwohl ich beruflich auch sehr erfolgreich war, spürte ich, dass mir im Leben etwas fehlte. Ich fühlte mich nie angekommen, immer auf der Überholspur“. Christine Goebel gab den Beruf auf.

„Etwas mit Hunden machen“, dieser Gedanke hatte sich in Christine Göbels Hinterkopf längst festgesetzt: „Ich habe mir schon in der Jugend einen Hund gewünscht. Aber meine Eltern Edda und Hans Groß hatten in ihrem Eschweger Geschäft am Marktplatz weder Zeit noch Platz für ein Tier.

So habe ich mich damals schon um die Hunde der Nachbarschaft gekümmert, bin mit ihnen Gassi gegangen“, schildert Christine Goebel, wie sie bereits mit zehn Jahren ihre Tierliebe entdeckte.

Im Jahr 2006, der Wendepunkt in Christine Goebels Leben, heiratete sie ihren Lebensgefährten Rolf Goebel, den sie bereits in Bonn kennenlernte. Am Waldrand von Gelnhausen-Höchst entstand ein schmuckes Eigenheim und hier hatte sie dann auch den Platz und die Zeit, um sich als Ersatz für das bisherige berufliche Engagement einen vierbeinigen Begleiter zuzulegen.

Christine Goebels Wahl fiel auf den Australien Shepard Filou. In Seminaren ließ sie sich an der Hunde-Akademie Darmstadt zur Hundetrainerin ausbilden. Vor allem, um ihrem Filou, der später mit Spencer noch einen Artgenossen als Gesellschafter bekam, eine gute Trainerin zu sein. Praxiserfahrung als „Hundeflüsterin“, wie dieser Beruf im Volksmund auch bezeichnet wird, sammelte sie nicht nur mit ihren Hunden, auch in den Tierheimen von Viernheim und Darmstadt.

Eine Freundin ermunterte Christine Goebel, ihre Kenntnisse und ihr Wissen doch an andere weiterzugeben. Sie tat es, eröffnete die Mensch-Hund-Trainer-Hundeschule „und das war eine gute Ent-scheidung“. Denn diese Arbeit mit Tieren bereitet Christine Goebel viel Freude, ihr Jugendtraum war endlich in Erfüllung gegangen.

Dabei benutzt Christine Goebel die Begriffe Hundetrainer und Hundeschule nicht so gerne. „Da bei mir nicht nur der Hund, auch der Mensch den artgerechten Umgang mit dem Tier lernen und Ver-ständnis für sein Wesen entwickeln soll“, sagt sie.

Von Siegfried Furchert

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