Jung, politisch, engagiert

Die Grüne Jugend Werra-Meißner-Kreis stellt sich vor

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Legen Wert auf regionale Themen: Der Vorstand der Grünen Jugend Werra-Meißner-Kreis: Schatzmeister Felix Martin, Erste Vorsitzende Charlott Rottmann und der Zweite Vorsitzende Jakob Mayer.

Werra-Meißner. Was Julis, Jusos oder der JU beinahe in den Schoß fällt, ist beim Nachwuchs der Grünen erst mal diskussionswürdig: die Namensfindung. „Da haben wir bei unserem Treffen lange diskutiert, die perfekte Lösung gibt es aber nicht“, sagt Jakob Mayer, Zweiter Vorsitzender der Grünen Jugend Werra-Meißner, die sich im April gegründet hat.

Dem Zwölftklässler kam gemeinsam mit Charlott Rottmann im Politikunterricht am Eschweger Oberstufengymnasium die Idee, die Jugendorganisation neu zu gründen. „Wir hatten schon länger Lust, da aktiv zu werden, aber in Eschwege gab es ja nichts“, sagt Mayer. Ausreichend Mitstreiter waren schnell gefunden. Politisch interessierte Freunde und Bekannte gab es genug. „Nur der Anschub hat etwas gefehlt“, erzählt Felix Martin, der ebenfalls von Anfang an mitmacht. Jetzt, sieben Monate später, treffen sich bereits 15 Mitglieder im Alter von 14 bis 20 regelmäßig.

Da ohnehin bei den meisten Themen Konsens herrsche, würde auch wenig diskutiert. Lieber nutzen die jungen Politiker die Zeit, Aktionen zu planen, mit denen sie auf ihre Anliegen aufmerksam machen wollen. Und diese sind nach eigenen Angaben mit Themen wie Naturschutz und Gleichberechtigung zwar „typisch grün“, beschäftigen sich aber vorrangig mit Problemen in der Region. „Es lässt sich nun mal auch nicht jedes Thema eins zu eins auf den Bund übertragen“, sagt Jakob Mayer. Die Versalzung des Werratalsees steht ebenso auf ihrer Agenda, wie eine klare Positionierung gegen Rechtsradikalismus. Kürzlich im Kreis aufgetauchte Aufkleber der NPD wollen die jungen Menchen nicht unkommentiert hinnehmen. „Da überlegen wir uns in Kürze was“, sagt Felix Martin.

Ansonsten hat der Wahlkampf das erste Jahr der Grünen Jugend Werra-Meißner-Kreis bestimmt. Von den „Altgrünen“ erhalten sie viel Unterstützung. Erfahrungswerte und finanzielle Hilfen verpflichten die Jugend aber nicht zu Gegenleistungen. Das wird auch nicht erwartet. „Wir lehnen uns bei denen natürlich an, dürfen aber auch unsere eigene Meinung vertreten“, sagt Felix Martin. Ein paar Tipps zum Umgang mit den neuen Medien geben sie den älteren Parteifreunden aber gerne. Ein Posten im Kreisvorstand ermöglicht es der Jugend, ihre Meinungen und Ideen auch im größeren Kreis zu kommunizieren.

Nach außen hin wollen sie zudem auch mit Vorurteilen gegen die Grünen aufräumen. Denn von Stricksocken und Pullunder sind sie schon rein optisch weit entfernt, eingestaubte Politparolen hört man von ihnen aber auch nicht. „Wir sind keine Spitzenpolitiker, deswegen wissen wir auch nicht alles. Das ist bei denen zwar nicht anders, aber die tun halt so“, sagt Felix Martin.

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