Kreisstadt plant Spazierweg, Kanuten leisten Widerstand

Freizeiterlebnis Werra: Der geplante Weg entlang der Werra würde die Einsetzstelle für Kanus kreuzen. Vorsitzender Joachim Keller Hanke begrüßt die Kanuwanderer Rainer Dehnhardt und Jürgen Funke (von links) auf dem Gelände des Eschweger Vereins. Foto: Sagawe

Eschwege. Die Kreisstadt Eschwege möchte einen Spazierweg entlang der Werra von der Tränenbrücke in Richtung Leuchtberg Felsenkeller anlegen. Das stößt auf den erbitterten Widerstand des Kanuclubs.

Der hat dort sein Vereinsgelände. Die Stadt hat den Leihvertrag für den Uferstreifen zum 31. Januar 2017 gekündigt.

DAS PROJEKT

Die Stadtverordnetenversammlung hat ein Konzept für die Entwicklung des Areals um Torwiese, Stadthalle und Leuchtberge beschlossen, in das insbesondere die Nutzung der Werra für Tourismus und Freizeitgestaltung einbezogen ist. Ein Projekt ist der Weg direkt am Fluss. Der soll die fußläufige Verbindung zwischen Leuchtberg Felsenkeller und dem Stadtbahnhof sein. Spaziergänger, aber auch Radfahrer sollen die Möglichkeit haben, in Werranähe von einem Ende der Stadt zum anderen zu laufen beziehungsweise zu radeln.

DER KONFLIKT

Schon früh zeichnete sich der Konflikt zwischen öffentlichem Interesse und privaten Bedürfnissen ab. Gleich nach Bekanntwerden der Pläne formierte sich Widerstand bei den Grundstückseigentümern und -nutzern entlang der Werra. Neben dem Kanuclub wehren sich auch der Angelsportverein und die Eschweger Ruderer gegen einen Weg zwischen ihren Clubhäusern und dem Fluss. Sie befürchten Einschränkungen der Vereinsaktivitäten.

Während Angler und Ruderer Grundstückseigentümer sind und ungeklärt ist, ob die der Stadt eine Möglichkeit findet, auf den Uferstreifen zwischen Werra und Vereinsgelände zuzugreifen, ist die Ausgangslage beim Gelände der Kanuten anders.

STANDPUNKT DER KANUTEN

„Das Flair des Platzes wird zerstört“, sagt Joachim Keller Hanke, Vorsitzender des 68 Mitglieder zählenden Kanuclubs. Er befürchtet, dass der Verein an Attraktivität verliert, außerdem weniger Besucher die Kanustation besuchen. Momentan verbucht der Verein 2000 Übernachtungen von Kanuwanderern pro Jahr.

STANDPUNKT DER STADT

„Das Gründstück gehört der Stadt, das Vorhaben ist politischer Wille und von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen“, sagt Bürgermeister Alexander Heppe. Der umstrittene Teil des Geländes sei außerdem lediglich verliehen und dürfe ausschließlich als Liegewiese genutzt werden. Der Vertrag sei jederzeit ohne Begründung kündbar.

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