Maßnahmen zur Vorbereitung des Wasserstandsanhebung im Werratalsee laufen

Karpfen werden weniger

Prächtiger Fisch: Ein Mitglied des Eschweger Angelvereins mit einem Karpfen, der im März diesen Jahres aus dem Werratalsee gefangen wurde. Foto: nh

Eschwege. Sie sind eines der Probleme: Die zahlreichen Karpfen im Werratalsee. Im vergangenen Jahr haben die Angelvereine aus Schwebda und Eschwege bereits 2,5 Tonnen Karpfen gefangen - eine von vielen Maßnahmen, um die Wasserqualität des Sees zu verbessern und eine Anhebung des Wasserstandes, die das Problem endgültig lösen würde, in den nächsten Jahren zu ermöglichen.

Der Karpfen ist ein Friedfisch, der sich vorwiegend von am Boden des Sees lebenden Kleinstlebewesen ernährt. Nicht selten gräbt er sich mehrere Zentimeter in den weichen, schlammigen Grund. Dabei aktiviert er die im Boden abgelagerten Nährstoffe und Phosphate, die durch die Zuflüsse in den See gelangt sind. In einem mit Nährstoffen übersättigten Gewässer steigt der Phosphorgehalt, der die Vermehrung von Cyanobakterien im See fördert und im schlimmsten Fall zum Umkippen eines Gewässers führt.

„Jeder Fisch hat seine eigene Angelmethode“, erklärt Manfred Westphal, Vorsitzender des Angelsportvereins Eschwege. „Mit der Auswahl des richtigen Köders gelingt es den Angeldruck auf bestimmte Fischarten zu erhöhen“, sagt er. Die Forelle beiße nicht auf Brot, der Karpfen hingegen schon. Welches Wetter und welche Uhrzeit die Chancen auf einen Fang erhöhen, ist schwer zu sagen. „Man hört immer wieder, dass bei Regen und hohem Luftdruck die Fische besonders gut beißen“, sagt Westphal. Aber beweisen könne man das nicht.

Kein Neubesatz seit 2007

Seit 2007 sind keine neuen Karpfen mehr in den Werratalsee gesetzt worden. Es gibt nur noch geringe Vermehrungen innerhalb der Population. Erst, wenn das Gewässer weitgehend von Karpfen und Brassen befreit sind, könnte mit einer möglichen Aluminiumbehandlung des Sees begonnen werden. Laut Gutachter könnte so vorübergehend für die Dauer von zwei bis drei Jahren das massenhafte Aufkommen von Cyanobakterien unterbunden werden. „Für die kommende Monate ist zusätzlich ein Besatz des Sees mit Hechten geplant“, sagt Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe. Die Raubfische sollen zusätzlich zur Verringerung der Karpfen- und Brassenpopulation betragen.

Mitte Mai würden die Anwohner und Vereine am Werratalsee bei einem Informationstreffen über die weiteren Planungen und Ergebnisse der laufenden Gutachten informiert. Das Planfeststellungsverfahren für die Wasserstandsanhebung soll im Juni beschlossen werden.

Von Kathrin Meyer

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