Miniermottenraupe schädigt Bäume - Schutzgemeinschaft ruft zum Laubsammeln auf

Kastanien brauchen Hilfe

Eine Kindheit ohne Kastanien? Geht das überhaupt? Akram aus dem Sudan und Madi aus Afghanistan sind fasziniert von den Kastanien. Die beiden Jugendlichen sind unbegleitete Flüchtlinge und leben in Eschwege. Foto: Stefanie Salzmann

Werra-Meißner. Irgendwo von Südosteuropa hat sie sich bis in unsere Breiten durchgefressen - die Miniermotte. Seit mittlerweile mehr als fünf Jahren bedrohen die Raupen des kleinen Falters die heimische Rosskastanie und gefährden ernsthaft deren Bestand. Bereits im Frühsommer zeigen die befallenen Bäume verdorrtes Laub, langfristig wird das Immunsystem der Bäume so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass sie eingehen.

Auch in diesem Jahr hat der Kreisverband der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) den Schädlingen den Kampf angesagt und ruft alle Bürger auf, sich an Aktionen zu beteiligen, die die Bäume retten können. Einzige Methode ist das konsequente Sammeln und seperate Kompostieren des Laubes, um den Vermehrungskreislauf des Parasiten zu unterbrechen.

An der bundesweiten Aktion „Rettet die Kastanie“ wird sich auch in diesem Jahr der Werra-Meißner-Kreis wieder beteiligen. Im Oktober und November werden der Abfallzweckverband und die Firma Fehr in allem Kommunen des Kreises Container aufstellen, in die kostenlos Kastanienlaub entsorgt werden kann. Auf diese Weise kamen allein im vergangenen Jahr 20 Tonnen Laub zusammen, das bei hohen Temperaturen kompostiert und die Schädlingslarven dadurch vernichtet wurden.

Zu einer Auftaktveranstaltung lädt der SDW-Kreisverband für den 20. Oktober vor die Europa-Akademie auf dem Kochsberg in Grebendorf ein. „Wir wollen ein Zeichen setzen, dass wir die Kastanie retten wollen, und einen Anstoß geben, die Aktion in die Bürgerschaft zu tragen“, sagte der Vorsitzende der SDW im Werra-Meißner-Kreis, Lothar Quanz.

Der Abfallzweckverband finanziert die Entsorgung und Kompostierung über freie Verbandskontingente. „Wir haben die Verpflichtung, der Miniermotte Einhalt zu gebieten“, so der Vorsitzende des Zweckverbandes und Bürgermeister von Heli Jürgen Herwig. Geschäftsführer Matthias Wenderoth wies darauf hin, dass Kastanienlaub auch in die Hausbiotonne oder kostenfrei auf der Deponie in Weidenhausen entsorgt werden kann.

Die Standorte der Container, die voraussichtlich ab 15. Oktober für etwa drei Wochen stehen, werden noch öffentlich bekanntgegeben.

Von Stefanie Salzmann

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