Stadt will Veranstaltung nicht dulden

Nazi-Band will im Raum Eschwege spielen

Werra-Meißner. Die vom Bremer Verfassungsschutz unter "gewaltbereite Rechtsextremisten" eingeordnete Band Kategorie C - Hungrige Wölfe plant ein Konzert im Werra-Meißner-Kreis.

Am 18. Mai, das ist der Pfingstsamstag, will die Gruppe "im Raum Eschwege" auftreten. Ein genauer Spielort und die Uhrzeit werden nicht genannt. Sympathisanten sollen erst unmittelbar vor der Veranstaltung von der Lokalität erfahren.

Polizei und Staatsschutz wissen von den Plänen. "Der Termin ist uns bekannt", sagt Eschweges Polizeisprecher Reiner Lingner. Die Behörden würden bei Städten und Gemeinden im Kreis recherchieren, um den Veranstaltungsort herauszufinden. Lingner: "Die Herrschaften werden uns nicht überraschen."

Ziel sei es, den Auftritt der Nazi-Band zu verhindern, gelinge das nicht, "sind wir darauf vorbereitet", kündigt der Polizeisprecher an. Einsatzkräfte würden die Veranstaltung dann nach Bedarf begleiten.

"Wir werden alles daran setzen, Nazis bei uns keinen Boden zu bieten", macht auch Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe deutlich, dass die Kreisstadt eine solche Veranstaltung auf ihrem Gebiet nicht dulden will. Das Ordnungsamt habe umfassend recherchiert und könne sofort reagieren, falls die Band in Eschwege auftreten wolle, versichert Heppe.

"Falls die Veranstaltung nicht im Vorfeld verhindert werden kann, werden wir dagegen demonstrieren", kündigt Lothar Dietrich vom Aktionsbündnis Bunt statt braun an. Über Telefonketten und das Internet würden potenzielle Teilnehmer kurzfristig informiert.

Primäres Ziel sei aber, dass die Veranstaltung gar nicht erst stattfinde, sagt Dietrich. "Wir müssen Saalbesitzer sensibilisieren, damit sie Anfragen der Nazi-Band erkennen, einordnen und zurückweisen", sagt er.

Hintergrund

Kategorie C steht unter Beobachtung des Landesamtes für Verfassungsschutz in Bremen. „Die Band ist besonders wegen ihrer Gewalt verherrlichenden Lieder in der Skinhead-Szene beliebt und trat in der Vergangenheit zusammen mit rechtsextremistischen Skinhead-Bands bei Konzerten auf“, heißt es dazu im Verfassungsschutzbericht 2010.

Die Hooligan-Szene sei nicht nur durch die Band Kategorie C - Hungrige Wölfe über Bremen hinaus bekannt, sondern auch durch die Gruppierungen Standarte Bremen, City Warriors und Nordsturm Brema. In Bremen bestünden enge Verbindungen zwischen der Hooligan- und der Neonazi-Szene, so der Verfassungsschutz. (hs)

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