Zahl der Seelsorger im Bereich Eschwege auf zwei gesunken

Der Katholischen Kirche gehen die Priester aus

Werra-Meissner. Gerade einmal sieben junge Männer besuchen im Moment das Priesterseminar in Fulda, um sich auf den Beruf als katholischer Geistlicher vorzubereiten. Zu wenig, um den Bedarf im Bistum, zu dem auch die Gemeinden im Werra-Meißner-Kreis gehören, abzudecken.

Weil Priester fehlen – aber auch, weil es immer weniger Gläubige gibt – werden Gemeinden zusammengelegt. 2016 gingen zwei Priester im Kreis in den Ruhestand, deren Stellen nicht neu besetzt wurden.

Allein im Bereich Eschwege und Umgebung sank die Zahl der Priester von fünf im Jahr 1998 auf heute zwei, erklärt Dechant Mario Kawollek. Einen Grund hierfür sieht er sowohl darin, dass es insgesamt weniger Mitglieder der katholischen Kirche gibt als auch im demographischen Wandel. In den geburtenstärkeren Jahrgängen früher habe es möglicherweise mehr Jungen gegeben, die sich zum Priester berufen fühlten. Zudem sei die kulturelle und religiöse Vielfalt insgesamt gewachsen.

Im Bistum Fulda gab es in diesem Jahr bisher eine Priesterweihe. 2017 könnten es drei oder vier werden, sagt Bistumssprecher Christof Ohnesorge. Ende der 90er-Jahre waren es noch durchschnittlich fünf pro Jahr, jetzt sind es zwei. „Wir würden uns fünf bis sechs Priesterweihen im Jahr wünschen“, so Ohnesorge.

Ein Grund für die sinkende Zahl der Priester ist aus Sicht des Bistums der demographische Wandel. „Generell ist es immer eine individuelle Entscheidung, man geht einen besonderen Lebensweg“, sagt Ohnesorge. Probleme, freie Pfarrstellen auf dem Land zu besetzen, gebe es nicht. Die beste Werbung sowohl für den Glauben als auch den Priester-Beruf sei das persönliche Beispiel, erklärt Kawollek. In den Familien müsse Glaube vorgelebt werde, er merke aber auch, dass es bei vielen Menschen eine „tiefe Sehnsucht nach Spirituellem“ gebe. (nde/ren)

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