Neues Mess- und Eichgesetz erlaubt das Ausschenken in 0,15- und 0,33-Liter-Gläsern

Kein Interesse an Mini-Bier

Gewohnte Größen bleiben bestehen: Auf den Regalbrettern in der Klampfe wird sich nichts ändern. 0,15 und 0,33 Liter-Gläser sind für die Kneipe kein Thema. Foto:  Bülau

Werra-Meißner. Biergläser im Mini-Format: Das ist theoretisch auch in den Gaststätten im Werra-Meißner-Kreis jetzt möglich. Bier und andere Getränke können ab sofort in 0,15-Liter-Gläsern oder in Gläsern mit der passenden Flaschenbiergröße 0,33 Liter verwendet werden.

Möglich macht dies das neue Mess- und Eichgesetz, basierend auf den EU-Richtlinien, das seit dem 1. Januar gilt. In den Kneipen und Brauereien der Region findet das neue Angebot allerdings wenig Anklang.

Tanja Beck, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Eschweger Klosterbrauerei, sagt: „Wir kaufen die Gläser in großen Mengen ein und liefern sie meistens mit an die Gaststätten. Bei uns ist nicht angedacht und auch nicht geplant, dass wir unser Angebot um diese Größen erweitern.“ Auch so sei das Angebot schon sehr vielfältig. Man könne Gläser, Becher und Krüge in den Messeinheiten 0,2 Liter, 0,25 Liter, 0,3 Liter, 0,4 Liter und 0,5 Liter bei ihnen einkaufen.

Gläser bekommen
neue Beschriftung

Neben den neuen Größen für Gläser, über die Gaststättenbesitzer frei verfügen können, gibt es auch eine neue europäische Messgeräterichtlinie. Auf den Gläsern müssen künftig Nennvolumen, Füllstrich, Hersteller und CE-Kennzeichnung vermerkt sein. Das Nennvolumen gibt an, was das Glas enthalten soll, der Füllstrich kennzeichnet das Nennvolumen. Die CE-Kennzeichnung gibt an, dass das Produkt den geltenden Anforderungen genügt. Vorhandener Glasbestand darf aber weiterverwendet werden. (mhb)

Auch das Argument, dass das 0,33-Liter-Glas ja genau Flaschenbiergröße habe und dies praktisch zum Umfüllen dieser Flaschen in ein Glas sei, entkräftigt Beck: „Beim Einschenken ergibt sich eine Schwungentwicklung, wodurch man auch in den 0,3-Liter-Gläsern mehr Platz benötigt. Deswegen ist der Füllstrich meistens etwas tiefer am Glas angegeben, damit noch Platz nach oben ist. So kann man auch in ein 0,3-Liter-Glas ein Bier der Größe 0,33 Liter einschenken.“

Und auch Wirte und Gaststättenbesitzer haben nicht vor die neu zugelassenen Größen einzuführen: „Das ist kein Thema und gibt es bei uns nicht. Wenn mir jemand sagt, dass er ein halbes kleines Bier haben möchte, dann zapfe ich ihm eben ein halbes kleines Bier. 0,33 Liter gibt es bei uns aus der Flasche“, sagt Melanie Schulze, Wirtin in der Klampfe in Witzenhausen.

Horst Missing Geschäftsführer des Gasthauses Zur Krone in Witzenhausen sieht das ähnlich: „Ich habe mir eigentlich noch keine Gedanken darüber gemacht. Bei uns gibt es Bier vom Fass - 0,2 Liter, 0,3 Liter, 0,4 Liter und 0,5 Liter. Und auch in Schinkel’s Brauhaus in Witzenhausen wird man das Fingerhut-Bier vergeblich suchen: „Ich kenne die neuen Richtlinien, aber Gläser in diesen Größen brauchen und nutzen wir nicht. Ich finde das nicht sinnvoll“, sagt Besitzer Rainer Schinkel.

Von Maximilian Bülau 

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