Positive Stimmung: Autohändler in der Region glauben nicht an schlechte Prognosen

Keine Angst vor Negativtrend

Uwe Ebenau sieht zwar eine gewisse Zurückhaltung bei der Kundschaft, befürchtet für das Premiumsegment aber keine Krise. Mit Werbemaßnahmen müsse gegengesteuert werden, sagt er. Foto: Sagawe

Eschwege. Die Autohändler in der Region sehen der Zukunft gelassen und durchaus optimistisch gestimmt entgegen. Von der für dieses Jahr prognostizierten Abwärtsentwicklung ist nichts zu spüren. An den für 2013 von Branchenkennern vorausgesagten Negativtrend glauben die heimischen Unternehmer nicht.

„Auch für das Ende der Abwrackprämie war uns eine Krise angekündigt worden, die dann nicht eintrat“, wehrt Jörg Heidenreich vom Opel-Haus in Eschwege und Witzenhausen ab. Es gebe einen gewissen Ersatzbedarf, der bei den gewerblichen Kunden mit gewachsener Investitionsfreude zusammenhänge und aus der guten Auftragslage resultiere. Damit würden Rückwärtsentwicklungen auf dem Privatsektor aufgefangen.

In einer besonderen Situation sieht sich VW-Vertragshändler Klaus Dieter Wühst, der das Eschweger Autohaus am Brückentor aus der Insolvenz übernommen hat. „Wir sind neu am Markt und haben in den vergangenen Jahren wegen des Nachholbedarfs große Zuwachsraten“, sagt er. 2012 liege um fünfzehn Prozent über dem Vorjahresergebnis. „Wir haben gerade vier Auszubildende eingestellt und suchen noch in diesem Jahr zwei weitere Mitarbeiter.“ Als Grund für die positive Entwicklung nennt er unter anderem die Marktführerposition von VW und die gefragten Modelle des Konzerns.

„Die Marke läuft“, bestätigt Torsten Stöber, Geschäftsführer des VW- und Audi-Autohauses mit Sitz in Bad Sooden-Allendorf und Witzenhausen. Sein Unternehmen liege in diesem Jahr gut im Plan, und bei den gerade laufenden Verhandlungen mit dem Konzern für 2013 „streben wir moderate Ziele an, die erreichbar sind“. Wie sich das Geschäft entwickle, hänge ein Stück weit immer auch mit der Stimmung zusammen. Das gelte für private wie gewerbliche Kunden.

„Dem Premiumsegment geht es noch gut“, freut sich Uwe Ebenau von BMW in Eschwege. Gleichwohl sei festzustellen, dass die Kunden eine Klasse niedriger bestellen würden. „Wer früher einen 7er gekauft hat, nimmt jetzt einen 5er, wer bisher einen 5er gefahren hat, fragt nach einem 3er“, so die Erfahrung des Geschäftsführers. Das hänge damit zusammen, dass die Kunden weniger ausgeben wollten, aber auch damit, dass die Modellreihen in den vergangenen Jahren an Qualität gewonnen hätten.

Torsten Sennhenn bestätigt die Beobachtung für Mercedes: Aus der S-Klasse wird eine E-Klasse. Gründe dafür seien aber auch der geringere Verbrauch und der Wunsch nach Understatement. Gleichwohl habe Mercedes Schäfer in diesem Jahr im fast zweistelligen Prozentbereich zugelegt. „Das hängt natürlich auch mit interessanten neuen Produkten zusammen.“

Alles andere als dramatisch sieht Sven Rabe die Prognosen für 2013. „So schlimm kann und wird es nicht kommen“, sagt Rabe, der in Eschwege Ford, Peugeot, Mazda und Citroen vertritt, außerdem stark im Gebrauchtwagengeschäft vertreten ist. 2012 sei trotz gegenteiliger Ankündigungen eigentlich ein gutes Jahr geworden.

Von Harald Sagawe

Kommentare