Kreispolitiker können sich eine weitere Kennzeichen-Variante neben ESW vorstellen

Keine Probleme mit WIZ

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Für die einen ist es ein eher unwichtiges Teil am Auto, für die anderen Kennzeichen individueller Darstellung. In den siebziger Jahren wurde WIZ Opfer der Gebietsreform, jetzt soll es wieder belebt werden.

Eschwege. Witzenhausen fordert das WIZ-Kennzeichen zurück. Der Kreistag Werra-Meißner wird über den von der Stadtverordnetenversammlung in Auftrag gegebenen Magistratsantrag voraussichtlich in der Juni-Sitzung beraten.

„Nicht schädlich, aber es gibt wichtigere Themen“, so gestern die Tendenz in den Fraktionen.

„Wir sollten das nicht zu hoch hängen“, sagte etwa SPD-Fraktionsvorsitzender Lothar Quanz. Er könne ein Stück weit nachvollziehen, dass die Autofahrer in Witzenhausen, sei es der Nostalgie wegen oder aus Gründen örtlicher Verbundenheit, das frühere Kennzeichen zurückhaben wollten. „Ich fände es spannend, wenn WMK möglich würde“, sagte der SPD-Politiker mit Blick auf eine weitere Kennzeichenvariante mit den Anfangsbuchstaben des Werra-Meißner-Kreises.

Mit Nachdruck fordert FWG-Sprecher Andreas Hölzel dieses Kennzeichen: „Wir brauchen WMK, um Identität herzustellen.“ Das habe die Freie Wählergemeinschaft schon im Jahr 2006 gefordert. Wenn jetzt das alte Witzenhausen-Kennzeichen wieder zugelassen werden sollte, bewirke das aus Sicht Hölzels genau das Gegenteil.

Das sei kontraproduktiv. „Der Kreis versucht auf allen Gebieten als Ganzes aufzutreten, und beim Autokennzeichen sollen wieder Unterschiede gemacht werden - das ist ein Widerspruch“, sagt Hölzel. Er habe schon 1974 als Stadtverordneter in Witzenhausen beim Zusammenschluss der beiden Kreisteile WMK an Stelle von WIZ und ESW haben wollen, erinnert sich Jürgen Vogelei, Vorsitzender der FDP-Fraktion im Kreistag. „Wir wollen den Zusammenschluss nicht aufweichen, und es bringt uns auch nicht auseinander, wenn wir jetzt in Witzenhausen das alte Kennzeichen wieder zulassen“, argumentiert Vogelei.

Bernhard Gassmann (Die Linke) möchte den Autofahrern überlassen, welches Kennzeichen sie am Wagen montieren: WMK, ESW oder WIZ. Das neue Angebot müsse für den Kreis aber weitgehend kostenneutral ausfallen. Die Kostenfrage ist auch für die Fraktionsvorsitzende der Grünen die entscheidende. Änderungen dürften den Kreis kein Geld kosten, so Sigrid Erfurth. „Es gibt Wichtigeres, ich bin da aber ganz leidenschaftslos“, sagte die Kreistagsabgeordnete, „wenn es den Menschen wichtig ist, kann man das WIZ-Kennzeichen wieder zulassen.“

In anderen Städten und Gemeinden werden mit dem Vorstoß aus Witzenhausen offenbar keine Begehrlichkeiten geweckt. In Wehretal sei das „kein Thema“, sagt Bürgermeister Jochen Kistner. Und in Sontra verschwendet Bürgermeister Karl-Heinz Schäfer keinen Gedanken an das frühere ROF-Kennzeichen. „Das will hier niemand zurückhaben“, sagt er, „wir können uns sehr gut mit ESW identifizieren.“

Von Harald Sagawe

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