Meine alte Penne

Im Keller des Oberstufengymnasium  in Eschwege wird’s spannend

Der kommissarische Schulleiter Bernd Schmitt zeigt die moderne Technik: In allen Räumen wurden sogenannte Visualizer eingebaut, an die man Laptop oder andere Geräte problemlos anschließen kann. Per Beamer wird das moderne Tafelbild auf die Leinwand projiziert. Das Kollegium hatte sich gegen die sogenannten Whiteboards entschieden, weil sie so flexibler arbeiten können. Fotos:  Stück

Eschwege. Die Schulzeit ist der wohl prägendste Abschnitt eines jeden Menschen. Jeder hat Erinnerungen an seine „alte Penne“. Wir haben die weiterführenden Schulen im Altkreis Eschwege besucht und einen Blick hinter die Kulissen geworfen, den man als Schüler so nie bekommen hat.

Diesen Raum kannte selbst der kommissarische Schulleiter Bernd Schmitt noch nicht. Hinter einem der riesigen Heizungsräume im Keller des Oberstufengymnasiums (OG) führt eine unscheinbare Stahltür in eine ganz andere Welt. Keine atemberaubend schöne Welt, aber doch sehr überraschend. Denn in dem mehrere hundert Quadratmeter großen Kellerraum der Schule am Südring liegt ein tonnenschwerer Erdhaufen. Kein Schutt oder Unrat, sondern bester Mutterboden. „Die Kellerräume wurden ohnehin nicht ausgebaut und deshalb wurde die Schule um diesen Erdhügel herum aufgebaut“, hat der Hausmeister der Schule, Reiner Mensing, herausgefunden.

Ohnehin gehört der Keller der 1973 eingeweihten Oberstufe zu den spannendsten Teilen der Schule. Nicht nur die naturwissenschaftlichen Fachräume für Biologie, Chemie und Physik mit den umfangreichen Sammlungen befinden sich hier. Auch ein Ort, in den viele ehemalige Schüler einmal abtauchen würden, hat hier seinen Sitz: das Archiv. Hier lagern die Akten all der Schüler, deren letzte Schulstation das Oberstufengymnasium war. „25 Jahre müssen wir die Schülerakten hier verwahren“, sagt Bernd Schmitt. Sie beinhalten alles, was während der Schulzeit wichtig war. Vom Bild vom Einschulungstest vor der Grundschule über Kopien sämtlicher Zeugnisse bis hin zu blauen Briefen oder dem Nachweis des Latinums. Weil dieser unscheinbare Raum mit diesem brisanten Inhalt so begehrt sein könnte, ist er auch besonders gesichert. Für die Stahltür gibt es ein besonderes Sicherheitsschloss. Noch besser gesichert ist nur der Raum, in dem die Vorschläge für die Abiturprüfungen gelagert werden. Hier steht noch ein zusätzlicher Tresor, in dem die Klausuren aber nur wenige Stunden verbringen. „Bislang gab es keine Aufbruchversuche“, sagt Schmitt.

Der Blick hinter die Kulissen des Oberstufengymnasiums

Aber nicht nur tief im Keller der Schule, die früher dort unten sogar über ein voll ausgestattetes Fotolabor verfügte, sondern auch unter dem Dach wird es interessant. Denn den Dachboden, den man erreicht, wenn man die ehemalige kleine Sternwarte passiert, gibt es erst seit der ersten Sanierung. Früher hatte die Schule ein Flachdach, das oft Ärger machte, wie sich Mensing erinnert. Heute hat sich hier ein riesiger Raum entwickelt, der aber aufgrund der Bodendämmung nicht genutzt werden kann.

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