Meldungen über angebliche Verbrechen kursieren in Kassel

Angebliche Kinderfänger: Polizei warnt vor Panikmache

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Kassel/Lohfelden. Die Polizei warnt vor Falschmeldungen im Internet (per Facebook und WhatsApp) über angebliche Kinderfänger und Organhändler, die in Stadt und Landkreis Kassel ihr Unwesen treiben sollen.

Die Regenbogenschule in Lohfelden hat Anfang dieser Woche einen Brief an die Eltern verschickt, in dem Vorfälle geschildert werden, dass Kinder angeblich von Fremden angesprochen worden sind.

Schulleiterin Ilse Eckhardt war von besorgten Eltern angerufen worden, die von solchen Verbrechen gehört hatten. „Ich kann aber nicht sagen, dass es tatsächliche Vorfälle gibt“, sagt Eckhardt.

„Die Polizei in Kassel hat bislang keinerlei Hinweise auf den Wahrheitsgehalt irgendeiner dieser Meldungen. Anhaltspunkte oder Hinweise auf derartige Straftaten liegen nicht vor“, sagt Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch. Im Internet könne man verfolgen, wie sich diese Nachrichten bundesweit verbreiten. Das Problem dabei sei, dass gutgläubige Menschen diese Meldungen ohne Prüfung auf den Wahrheitsgehalt in Kettenbriefmanier in den neuen Medien weiterleiten, in Wahrheit aber zur Panikmache beitragen würden.

Im Revier Ost stehen seit Anfang dieser Woche die Telefone nicht mehr still, sagt der Erste Polizeihauptkommissar Wilhelm Küllmer. Besorgte Eltern riefen an und erkundigten sich nach den angeblichen Kinderfängern. „Wir nehmen alle Fälle Ernst und ermitteln“, sagt Küllmer. Derzeit seien verstärkt Streifen in Lohfelden rund um die Schule unterwegs. Bislang gebe es aber keinen einzigen Hinweis auf ein tatsächliches Opfer. „Kein Kind in Kassel und Umgebung ist entführt worden.“

Per Facebook und dem Kurznachrichtendienst Whats App sei in der Region eine Lawine losgetreten worden, die man jetzt kaum noch stoppen könne, sagt Polizeioberkommissar Markus Imke, Jugendsachbearbeiter im Revier Ost. 

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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