Positive Reaktionen auf Papst Franziskus’ Aufruf zur Hilfe im Werra-Meißner-Kreis

Kirchenunterkünfte für Flüchtlinge sind rar

Werra-Meißner. Obwohl die Kirchengemeinden im Werra-Meißner-Kreis den Aufruf von Papst Franziskus, christliche Gemeinschaften mögen Unterkünfte für Flüchlinge anbieten, unterstützen, besitzen nur die wenigsten dafür geeigneten Wohnraum.

Das Hauptproblem, so auch im Fall der Kirchengemeinde St. Elisabeth in Waldkappel, sind die Mindestkriterien, die für Flüchtlingsunterkünfte gelten. „Unser Pfarrhaus steht leer, aber wir können dennoch nicht so ohne weiteres Flüchtlinge aufnehmen“, sagt Pfarrer István Kovács. Unter anderem Brandschutzrichtlinien erschweren es der Gemeinde, den freien Platz anzubieten. Weiterhin fehle das Geld, das Pfarrhaus für die Flüchtlinge instandzusetzen: „Es gibt nur einen Eingang, der die Kirche mit dem Pfarrhaus verbindet. Zwar haben wir hier eine Kochstelle und ein Badezimmer, aber diese Räume sind stark renovierungsbedürftig“, erklärt Kovács. Der Pfarrer möchte das Thema nochmals mit seiner Gemeinde besprechen und bei Einigung finanzielle Mittel beim Bistum in Fulda für die Renovierung der betreffenden Räume beantragen.

Vor ein ähnliches Problem gestellt sieht sich auch Dr. Martin Arnold, Dekan des Kirchenkreises Eschwege, er begrüßt den Aufruf des Papstes, der sich an alle religiösen Gemeinschaften richtet: „Ich finde den Aufruf richtig und wichtig, um ein Zeichen zu setzen“, sagt Arnold. Derzeit prüfe der Kirchenkreis sämtliche Immobilien auf eine mögliche Unterbringung von Flüchtlingsfamilien. „Doch viele der Gebäude stehen unter Denkmalschutz und erfüllen die strengen gesetzlichen Anforderungen an eine solche Unterkunft nicht“, sagt Arnold. Etwas konkreter sehe da schon die Planung für eine Etage im Gemeindehaus der Eschweger Marktkirche aus, in denen Arnold gerne Flüchtlinge unterbringen möchte. Doch auch persönlich will Arnold ein Zeichen setzen: „Wenn nötig, würde ich auch bei mir zuhause Platz für eine Flüchtlingsfamilie schaffen.“

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