Klärmeister warnen vor Verstopfungen durch falsche Entsorgung

Feuchttücher legen Kanalisation lahm

Werra-Meißner. Feuchttücher verdrängen in den Haushalten des Werra-Meißner-Kreises zunehmend Staubtuch und Wischlappen – und nach dem Gebrauch landen die Einwegartikel häufig in der Toilette statt in der Abfalltonne. Die Kommunen beklagen deshalb Verstopfungen in den Kanälen sowie das aufwendige Entfernen der nicht löslichen Fremdstoffe in den Kläranlagen. Die Folgen der falschen Entsorgung müssen letztlich alle Verbraucher tragen: über die Gebühren.

„Das reißfeste Vlies, aus denen Feucht-, Hygiene- und Babytücher bestehen, zersetzt sich nicht“, sagt Uwe Schinzel, Klärmeister der Witzenhäuser Wasserver- und -entsorgung. Probleme gebe es entweder durch zugesetzte Rohrsysteme direkt am Haus oder spätestens auf dem Weg zur Kläranlage, wenn die Fremdstoffe an Hindernissen wie Pumplaufrädern hängen blieben.

Dort kommen die Tücher zu Unmengen an, verdrehen sich, werden faserig und bilden einen dicken Strang. „Dieser Strang wickelt sich um die Pumpen, die dadurch anfangen, schwerer zu laufen und irgendwann komplett streiken“, sagt Roland Rabe, Fachkraft für Abwassertechnik beim Abwasserverband Wehretal-Sontratal. Dann sei eine schnelle Reaktion gefragt, um die Ableitung des Abwassers nicht zu beeinträchtigen. „Die Pumpen werden herausgehoben, von den Verzopfungen befreit, gereinigt und wieder in Betrieb genommen“, sagt Rabe.

Bis zu zweimal im Monat werde er zu solchen Einsätzen gerufen – zu jeder Tages- und Nachtzeit. Besonders häufig trete das Problem, wohl gefällebedingt, bei Starkregen im Ringgau auf. Die Fachleute appellieren deshalb an die Bürger, Feuchttücher stets über den Hausmüll zu entsorgen: „Selbst wenn auf manchen Verpackungen etwas anderes draufsteht“, sagt Thomas Meil, Geschäftsführer der Stadtwerke Witzenhausen. „Der hohe Aufwand ist oftmals unnötig und wäre zu vermeiden.“

Von Emily Spanel

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