Fernsehmeteorologe Sven Plöger zu Gast beim Unternehmertag der Sparkasse

Klimawandel ist Warnung

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Exakt alle 100 Stühle waren besetzt von geladenen Gästen, die sich für das Thema Energiewende interessierten.

Der Unternehmertag der Sparkasse Werra-Meißner gestern in der Hauptstelle in Eschwege kam beim Publikum ganz hervorragend an. Maßgeblichen Anteil daran hatte ARD-Moderator Sven Plöger.

Eschwege. Plöger ist der Mann, der der miesesten Wettervorhersage noch etwas Positives abgewinnen kann, und verstand es humorvoll, den Zuhörern den Unterschied zwischen Klima und Wetter zu verdeutlichen.

„Klima ist das Mittel von Wetter über mindestens 30 Jahre“, sagte der Dipl.-Meteorologe, der sich überhaupt nicht gegen den Beinamen Wetterfrosch wehrt. Den Klimawandel von 0,8 Grad Wärmezunahme in den letzten 100 Jahren stellte er mit ebendieser Zahl dar und mit dem Bild einer Wäscheleine, auf der von der wadenlangen weiblichen Unterwäsche über den Liebestöter bis zum textilen Nichts eines Tangas die kleiner werdenden Wäschestücke das Wärmeplus optisch-scherzhaft untermauern sollten. Die subjektive Wahrnehmung dürfe nicht als Grundlage herangezogen werden, weil Mensch und Medien gerade bei diesem Thema zu Übertreibungen neigen wie Jahrhundertsommer, Rekordwinter oder Schneechaos. Klimawandel sei keine Katastrophe, sondern ein „freundliches Frühwarnsystem“, sagte Plöger. Das werde aber nicht ernst genommen, weil Kohlendioxyd unsichtbar und geruchlos ist in einer durchsichtigen Atmosphäre. „Wir sehen nicht, was wir anrichten“, der größte Energieverschwender verdiene das meiste Geld und der Verbraucher wolle Strom aus der Steckdose, aber weder Stromleitungen noch Windräder vor seiner Haustür, schloss Plöger.

Die geladenen Experten waren sich einig, dass es immer und überall Energiesparpotenzial gebe und bis zur Hälfte der Energie ohne Komfortverlust verzichtbar sei. Das Ziel der kompletten Eigenversorgung des WMK bis 2050 sei mit Investitionen von 150 Millionen Euro machbar, die Hälfte davon bliebe im Kreis, heute werde externe Energie noch für 100 Millionen Euro eingekauft. Die Politik könne nur kleine Schritte vor Ort anschieben, es komme hier auf Unternehmer und Privatinvestoren an, sagte Landrat Stefan Reuß, der Windkraft trotz allen Widerstandes für unverzichtbar hält.

Sparkassenchef und Gastgeber Frank Nickel: „Wir helfen bei der Finanzierung. Der optimale Investitionszeitpunkt ist jetzt.“

Von Helmut Mayer

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