Derzeit werden fünf Personen unterrichtet

Klinikum Werra-Meißner schult ausländische Kollegen in deutscher Sprache

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Indirekte Rede und Grammatik stehen auf dem Stundenplan: (von links) Zlatko Dordevic, Barbara Schwede-Latz, Dr. med. Edgar Bollensen, Dr. Anett Lindner und Firuza Ibrahimli in der Nachhilfe-Stunde des Klinikums Werra-Meißner.

Eschwege. Um ein gegenseitiges besseres Verständnis zwischen Ärzten und Patienten zu ermöglichen, ermöglicht das Klinikum Werra-Meißner seit Anfang des Jahres ausländischen Mitarbeitern eine Förderung in der Deutschen Sprache. 

Seit Anfang des Jahres finanziert das Klinikum Werra-Meißner aus eigenen Mitteln Sprachunterricht für ausländische Mitarbeiter. In je einer Doppelstunde pro Woche erhalten derzeit fünf Mediziner aus Ungarn, Serbien, Aserbaidschan und Mazedonien, die in unterschiedlichen Fachbereichen des Klinikums arbeiten, Nachhilfe in Deutsch. Hierfür zuständig ist Barbara Schwede-Latz, pensionierte Deutschlehrerin. Bis zum vergangenen Sommer unterrichtete sie an der Eschweger Brüder-Grimm Schule. 

Das Projekt wurde vom Chefarzt für Neurologie, Dr. Edgar Bollensen und der Geschäftsleitung des Klinikums initiiert. Dr. Bollensen sagt: „Wir unterstützen Kollegen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist. Auch wenn sie alle bereits ein erstes Deutschzertifikat des Goethe Instituts erhalten haben, waren Defizite noch vorhanden.“

 Vor allem in Patientengesprächen und bei der Verwendung medizinischer Fachbegriffe habe es immer wieder Schwierigkeiten gegeben. Auf dem Stundenplan stehen deshalb – manchmal auch nach einer kräftezehrenden Nachtschicht – die deutsche Grammatik und die Vergrößerung des Wortschatzes. 

„Wir sind froh, dass wir unsere ausländischen Kollegen haben. Andernfalls wären wir gar nicht in der Lage, alle freien Stellen zu besetzen“, so Dr. Bollensen. Die jungen Mediziner können an den Kursen teilnehmen, so lange sie möchten. Barbare Schwede-Latz bescheinigt den Schülern großes Engagement: „Alle Teilnehmer sind äußerst motiviert. Wer Arzt werden will, muss sich auch entsprechend gebildet ausdrücken können. Diesem Ziel kommen wir mit jeder Stunde ein Stückchen näher." 

Das sagen die Teilnehmer der Sprachförderung

Dr. Anett Lindner, 35 Jahre, Ungarn: „Ich arbeite seit August 2015 hier in Deutschland am Klinikum, zunächst als Assistenzärztin. Seit meine Facharztprüfung, die ich in meiner Heimat absolviert habe, anerkannt wurde, bin ich als Fachärztin in der Neurologie tätig. Ich kann hier viel lernen, mehr als in Ungarn.“

Zlatko Dordevic, 29 Jahre, Serbien: „Dieser Kurs hilft mir weiter, das habe ich schnell gemerkt. Schon in Serbien habe ich Deutsch gelernt, zwischendurch aber eher umgangssprachlich gesprochen. Ich bin hier in Eschwege als Assistenzarzt tätig und möchte mich in der Neurologie weiterbilden.“

Firuza Ibrahimli, 24 Jahre, Aserbaidschan: „Seitdem ich im Februar 2015 nach Deutschland kam, bin ich als Hospitantin in der Viszeralchirugie beschäftigt. Wenn meine Ausbildung abgeschlossen ist, habe ich geplant, in meine Heimat nach Aserbaidschan zurückzukehren. Ich finde den Kurs sehr hilfreich.“ (jpf)


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