86 000 entscheiden, wer für sie entscheidet

Kommunahlwahl 2016: Am Sonntag geht es an die Urne

Eschwege. Im Werra-Meißner-Kreis sind am Sonntag 86 000 Männer und Frauen zur Wahl aufgerufen. In den 16 Städten und Gemeinden werden die Stadtverordnetenversammlungen beziehungsweise die Gemeindevertretungen gewählt, in vielen Orts- und Stadtteilen auch die Ortsbeiräte. Darüber hinaus steht der Kreistag zur Wahl. In Hessisch Lichtenau ist außerdem Bürgermeister-Direktwahl. Fünf Kandidaten bewerben sich um die Nachfolge von Amtsinhaber Jürgen Herwig (SPD), der in den Ruhestand tritt.

Für die 61 Sitze im Kreistag Werra-Meißner kandidieren 235 Männer und Frauen auf sechs Listen: CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke, FDP und FWG. Damit treten ausschließlich die Parteien an, die schon jetzt im Kreistag vertreten sind. SPD und Grüne verfügen aktuell gemeinsam über die absolute Mehrheit und koalieren seit der Wahl 2011.

In Eschwege, wo die Koalition von SPD und Grünen im Sommer vergangenen Jahres gescheitert ist, treten ebenfalls diese sechs Parteien an, die bereits in der Stadtverordnetenversammlung Sitz und Stimme haben. 115 Kandidaten wollen einen der 37 Parlamentssitze in der Kreisstadt. Gleich sieben politische Gruppen kämpfen in Witzenhausen um einen der 31 Sitze im Stadtparlament. Neben CDU, SPD, Grünen, Linken, FDP und FWG ist das neu die Alternativen für Witzenhausen.

Die Wahllokale haben am Sonntag zwischen 8 und 18 Uhr geöffnet. Trendergebnisse werden noch am Abend erwartet. Weil die Wähler panaschieren und kumulieren dürfen, wird die komplette Auszählung deutlich länger dauern. Erst am Dienstag, vielleicht auch erst am Mittwoch, rechnen die Wahlleiter beim Kreis und in den Kommunen mit endgültigen Ergebnissen. Die Wahlbeteiligung ist bei Kommunalwahlen meist gering. 2011 lag sie bei 54 Prozent.

Briefwahl ohne besondere Hürde

Zur Beantragung der Briefwahl bedarf es heute keiner besonderen Begründung mehr. Noch vor einigen Jahren sollte Briefwahl die Ausnahme sein und war nur zulässig, wenn ein besonderer Grund vorlag: beispielsweise Abwesenheit am Wahltag wegen Urlaub oder Arbeit. Angesichts ständig sinkender Beteiligung wird inzwischen um jeden Wähler gerungen, für die Briefwahl gibt es keinerlei Hürden. Sie musste bis Freitag, 13 Uhr bei der Stadt oder Gemeinde beantragt werden, in Ausnahmefällen, beispielsweise bei plötzlicher Erkrankung, ist das auch noch bis Sonntag, 15 Uhr, möglich. Die Wahlscheine müssen bis Sonntag, 18 Uhr, wieder abgegeben werden.

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